Tattoos sind für viele Menschen Körperschmuck, Erinnerung oder Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Während Motiv, Stil und Tätowierer meist sorgfältig ausgewählt werden, bleibt eine andere Frage oft im Hintergrund: Was passiert eigentlich mit der Tattoofarbe, nachdem sie unter die Haut gebracht wurde?
Ein großer Teil der Pigmente bleibt über Jahre in der Haut. Andere Bestandteile können weitertransportiert werden und beispielsweise in regionalen Lymphknoten auftauchen. [1][2][11] Gleichzeitig wird über Schwermetalle, „Detox“, Chlorella, Aktivkohle und Nahrungsergänzungsmittel diskutiert. Auch die Laserentfernung wirft Fragen auf, weil Pigmente dabei nicht einfach aus der Haut herausgezogen, sondern durch energiereiches Licht verändert werden. [2][17][18]
Dieser Artikel erklärt, was die Forschung dazu zeigt, welche gesundheitlichen Risiken bekannt sind und an welchen Stellen wissenschaftliche Fragen noch offen sind.
Warum bleibt ein Tattoo dauerhaft sichtbar?
Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit Nadeln in die Dermis, die unterhalb der Oberhaut liegende Hautschicht, eingebracht. Dort befinden sich die Pigmente in lebendem Gewebe und kommen mit verschiedenen Zelltypen in Kontakt. [1][2]
Eine wichtige Rolle spielen Makrophagen. Diese Immunzellen nehmen Fremdmaterial auf und speichern auch Tattoo-Pigmente. Eine im Journal of Experimental Medicine veröffentlichte Untersuchung zeigte im Mausmodell einen besonderen Mechanismus: Sterben pigmenthaltige Makrophagen, werden die Pigmente freigesetzt und anschließend von neuen Makrophagen aufgenommen. Dieser Kreislauf aus Freisetzung und erneuter Aufnahme trägt zur langfristigen Stabilität des Tattoos bei. [1]
Auch Fibroblasten können Pigmentpartikel enthalten. Die langfristige Sichtbarkeit eines Tattoos beruht daher nicht darauf, dass die Farbe unverändert und ohne Kontakt zum Körper unter der Haut liegt. Die Pigmente befinden sich in einem biologisch aktiven Gewebe und werden dort von Zellen aufgenommen und gespeichert. [1][2]
Was passiert mit der Haut beim Tätowieren?
Eine Tätowiernadel durchdringt wiederholt die Haut und erzeugt zahlreiche kleine Verletzungen. Dadurch wird eine Wundheilungsreaktion ausgelöst. Diese umfasst zunächst Entzündungsprozesse und anschließend die Neubildung und Umstrukturierung von Gewebe. [2]
Die Haut reagiert unmittelbar nach dem Tätowieren häufig mit Rötung, Schwellung und Empfindlichkeit. Neben diesen akuten Reaktionen sind auch medizinische Komplikationen dokumentiert. Dazu gehören lokale und tiefere Infektionen, allergische Reaktionen auf Bestandteile der Farbe sowie granulomatöse, lichenoide und andere entzündliche Hautreaktionen. [3][4][5]
Infektionen stehen unter anderem mit mangelnder Hygiene während des Tätowierens, kontaminierten Materialien oder Problemen während der Heilungsphase in Verbindung. Steriles beziehungsweise geeignetes Einwegmaterial, hygienische Arbeitsbedingungen und eine fachgerechte Nachsorge sind deshalb zentrale Bestandteile eines sicheren Tätowiervorgangs. [4][6]
Starke oder zunehmende Schmerzen, eine sich ausbreitende Rötung, Eiter, Fieber, ausgeprägte Schwellungen oder eine deutliche Verschlechterung des Hautzustands sollten medizinisch abgeklärt werden. [3][6]
Was steckt in Tattoofarben?
Tattoofarben sind chemische Gemische. Neben den eigentlichen Pigmenten können sie Lösungsmittel, Bindemittel, Emulgatoren, Konservierungsstoffe und weitere Hilfsstoffe enthalten. Abhängig von Farbe und Produkt kommen unterschiedliche organische oder anorganische Pigmente zum Einsatz. [2][7]
Schwarze Farben basieren häufig auf Carbon Black, weiße Pigmente häufig auf Titandioxid. Bei farbigen Tattoos werden unter anderem organische Azo-, Quinacridon- und Phthalocyanin-Pigmente verwendet. [2]
Für die toxikologische Bewertung einer Tattoofarbe reicht es deshalb nicht aus, nur das eigentliche Farbpigment zu betrachten. Auch Verunreinigungen, Metalle, Zusatzstoffe und chemische Abbauprodukte können relevant sein. [2][7][8]
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse untersuchte Metalle und Metalloide in kommerziellen Tattoofarben. In den einbezogenen Untersuchungen wurden bei verschiedenen Produkten Konzentrationen bestimmter regulierter Elemente oberhalb der jeweils betrachteten Grenzwerte gefunden. Die Ergebnisse unterschieden sich nach Element und untersuchtem Produkt. [8]
Die Metallbelastung unterscheidet sich von Tattoofarbe zu Tattoofarbe. Untersuchungen fanden bei einem Teil der analysierten Produkte erhöhte Konzentrationen regulierter Metalle und Metalloide, während andere Proben unter den jeweiligen Grenzwerten lagen. Entscheidend ist deshalb die konkrete Zusammensetzung der verwendeten Farbe. [8]
Welche Regeln gelten für Tattoofarben in der EU?
Seit dem 5. Januar 2022 gelten innerhalb der Europäischen Union im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH strengere Beschränkungen für Stoffe in Tattoo- und Permanent-Make-up-Farben. [9][10]
Die Regelungen erfassen unter anderem Stoffe mit harmonisierter Einstufung als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sowie bestimmte hautsensibilisierende und haut- oder augenreizende Stoffe. Hinzu kommen Grenzwerte für verschiedene Verunreinigungen, aromatische Amine, Metalle und weitere Substanzen. Für bestimmte Pigmente galten längere Übergangsfristen. [9][10]
Die Kennzeichnung „vegan“ bedeutet bei Tattoofarben nicht automatisch, dass die Farbe gesundheitlich unbedenklich ist. Auch eine vegane Tattoofarbe kann Stoffe oder Verunreinigungen enthalten, die gesetzlichen Grenzwerten unterliegen. Für die gesundheitliche Bewertung ist deshalb die tatsächliche Zusammensetzung der Farbe entscheidend – nicht die Bezeichnung „vegan“. [2][9]
Gelangen Tattoo-Pigmente in die Lymphknoten?
Ja. Dass Bestandteile von Tattoofarben nicht vollständig an der Tätowierungsstelle verbleiben, wurde auch an menschlichem Gewebe nachgewiesen. [11]
Eine 2017 in Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung analysierte tätowierte Haut und regionale Lymphknoten verstorbener tätowierter Menschen mit verschiedenen hochauflösenden Analyseverfahren. Die Forscher fanden organische Pigmente sowie anorganische Bestandteile und Metalle sowohl in der tätowierten Haut als auch in regionalen Lymphknoten. [11]
Die Untersuchung zeigte zudem, dass kleinere Partikel bevorzugt in Lymphknoten gefunden wurden. Damit liefert die Studie direkte Evidenz dafür, dass Bestandteile von Tattoofarbe von der Haut in das Lymphsystem gelangen können. [11]
Auch neuere toxikologische Übersichtsarbeiten beschreiben den Transport von Pigmentbestandteilen über lymphatische Wege. Wie umfangreich die Verteilung einzelner Bestandteile in andere menschliche Organe ist und welche langfristige gesundheitliche Bedeutung daraus entsteht, ist dagegen nicht vollständig geklärt. [2]
Die Untersuchung zeigt, dass Bestandteile von Tattoofarben von der Haut in die Lymphknoten gelangen und dort nachweisbar sein können. Welche gesundheitlichen Folgen diese Ablagerungen langfristig haben, lässt sich aus dieser Studie jedoch nicht ableiten. Diese Frage ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. [2][11]
Sind Tattoo-Pigmente in den Lymphknoten gefährlich?
Diese Frage lässt sich nach dem derzeitigen Forschungsstand nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. [2][11]
Untersuchungen zeigen, dass Pigmente und andere Bestandteile von Tattoofarben von der Haut in regionale Lymphknoten gelangen können. [11] Noch nicht ausreichend erforscht ist, welche gesundheitlichen Folgen solche Ablagerungen über viele Jahre haben können und ob Bestandteile der Tattoofarbe auch in andere Bereiche des Körpers gelangen. Dabei können unter anderem die Art des Pigments, die Größe der Partikel, ihre Konzentration und mögliche Abbauprodukte eine Rolle spielen. [2]
Kann man Tattoo-Pigmente aus dem Lymphsystem „entgiften“?
Bislang ist kein Naturprodukt klinisch belegt, das bereits eingelagerte Tattoo-Pigmente gezielt aus den Lymphknoten entfernen kann. Untersuchungen zeigen, dass Pigmente und andere Bestandteile von Tattoofarben von der Haut in regionale Lymphknoten gelangen und sich dort ablagern können. [2][11]
Davon zu unterscheiden ist die Forschung zu einzelnen Schadstoffen und Metallen. Für bestimmte Naturstoffe gibt es Untersuchungen dazu, ob sie die Aufnahme oder Ausscheidung einzelner Substanzen beeinflussen können. Ein Beispiel dafür ist die Untersuchung von Spirulina-Extrakt in Kombination mit Zink bei chronischer Arsenbelastung. Diese Forschung erlaubt jedoch keine Übertragung der Ergebnisse auf Tattoo-Pigmente oder Pigmentablagerungen in Lymphknoten. [2][11][24]
In einer kleinen randomisierten, placebokontrollierten Studie wurden 41 Menschen mit chronischer Arsenbelastung untersucht. Die Teilnehmer erhielten entweder ein Placebo oder Spirulina-Extrakt zusammen mit Zink. Unter der Kombination aus Spirulina und Zink wurde vorübergehend eine erhöhte Ausscheidung von Arsen über den Urin beobachtet. Auch der Arsengehalt im Haar nahm ab. [24]
Diese Ergebnisse lassen sich nach der derzeitigen Datenlage nicht auf Tattoo-Pigmente übertragen. Arsen unterscheidet sich chemisch von den in Tattoofarben verwendeten Pigmentpartikeln. Zudem untersuchte die Studie weder tätowierte Personen noch Pigmentablagerungen in Lymphknoten. [24]
Eine gezielte „Entgiftung“ von Tattoo-Pigmenten aus den Lymphknoten durch Spirulina, Chlorella, bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel ist durch die vorliegenden Untersuchungen nicht belegt. Die Forschung zu Tattoo-Pigmenten zeigt deren Transport von der Haut in regionale Lymphknoten, liefert aber keinen Nachweis dafür, dass solche Ablagerungen durch die genannten Naturprodukte wieder entfernt werden können. [2][11][24]
Schwermetalle in Tattoofarben
Metalle und Metallverunreinigungen gehören zu den Stoffgruppen, die bei der chemischen Bewertung von Tattoofarben berücksichtigt werden. [8][9]
Eine 2023 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte die Konzentrationen regulierter Metalle und Metalloide in kommerziell erhältlichen Tattoofarben. Die Ergebnisse sind relevant: Chrom überschritt sowohl beim Gesamtgehalt als auch beim besonders problematischen sechswertigen Chrom (Chrom VI) in nahezu allen untersuchten Proben die jeweils herangezogenen Höchstkonzentrationen. Auch bei Kupfer wurden auffällige Werte gefunden; der Gesamtgehalt lag bei etwa der Hälfte der untersuchten Farben über dem Grenzwert für lösliches Kupfer. Bei Cadmium, Barium, Quecksilber, Arsen, Zink, Antimon und Blei wurden ebenfalls Grenzwertüberschreitungen festgestellt, allerdings bei einem geringeren Anteil der untersuchten Proben. Die Autoren kamen insgesamt zu dem Ergebnis, dass in kommerziell erhältlichen Tattoofarben weiterhin regulierte Elemente in Konzentrationen nachgewiesen werden, die als nicht sicher für die Anwendung in der Haut eingestuft werden. [8]
Diese Ergebnisse sind gesundheitlich relevant und sollten nicht verharmlost werden. Metalle und Metallverbindungen können je nach Stoff und chemischer Form unterschiedliche gesundheitliche Wirkungen besitzen. Gleichzeitig lässt sich aus der gemessenen Konzentration in der Tattoofarbe allein noch nicht bestimmen, welche gesundheitliche Belastung bei einer einzelnen tätowierten Person tatsächlich entsteht. Dafür sind unter anderem die chemische Form des Stoffes, die eingebrachte Menge, seine Löslichkeit und Bioverfügbarkeit sowie sein Verbleib im Körper entscheidend. [8]
Dass solche Belastungen regulatorisch berücksichtigt werden, zeigen die europäischen REACH-Beschränkungen. Sie legen für Tattoofarben Grenzwerte für zahlreiche gesundheitsrelevante Stoffe und Verunreinigungen fest, darunter bestimmte Metalle und Metallverbindungen. [9][10]
Chlorella, Spirulina, Omega-3 und Mikronährstoffe: Können sie den Körper unterstützen?
Naturprodukte wie Chlorella, Spirulina, Beeren oder Zitrusfrüchte können eingelagerte Tattoo-Pigmente nach bisherigem Forschungsstand nicht gezielt aus Haut oder Lymphknoten entfernen. Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wie Vitamin C, Vitamin D, Zink, Selen und Omega-3-Fettsäuren ist jedoch für verschiedene Funktionen des Immun- und Stoffwechselsystems von Bedeutung. [2][11][25][26]
Auch einzelne Naturstoffe werden wissenschaftlich untersucht. In einer kleinen randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 41 Personen mit chronischer Arsenbelastung beeinflusste Spirulina-Extrakt in Kombination mit Zink unter anderem die Arsenausscheidung. [24]
Die Untersuchung liefert keinen Nachweis für eine Entfernung von Tattoo-Pigmenten, da weder tätowierte Personen noch Tattoo-Pigmente oder Pigmentablagerungen in Lymphknoten untersucht wurden. [11][24]
Chlorella, Spirulina und andere Nahrungsergänzungsmittel können Bestandteil einer nährstoffreichen Ernährung beziehungsweise Nahrungsergänzung sein. Eine Wirkung als gezielter „Tattoo-Detox“ ist durch die vorliegenden Untersuchungen dagegen nicht belegt. [2][11][24][25][26]
Aktivkohle: sinnvoll bei Vergiftungen, aber nicht zur Entfernung von Tattoo-Pigmenten
Aktivkohle besitzt die Fähigkeit, bestimmte Stoffe im Magen-Darm-Trakt an ihrer Oberfläche zu binden. Deshalb wird medizinische Aktivkohle bei bestimmten akuten Vergiftungen nach dem Verschlucken eines Stoffes eingesetzt. Je früher sie nach der Aufnahme verabreicht wird, desto größer kann ihre Wirkung sein. [12][13]
Für Tattoo-Pigmente funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht. Die Pigmente befinden sich nach dem Tätowieren in der Haut und können in die Lymphknoten gelangen. Aktivkohle verbleibt dagegen im Magen-Darm-Trakt und kann bereits im Gewebe oder in Lymphknoten eingelagerte Pigmente nicht erreichen oder binden. [11][12][13]
Aktivkohle ist deshalb kein geeignetes Mittel zur „Entgiftung“ von Tattoo-Pigmenten. Hinzu kommt, dass Aktivkohle gleichzeitig eingenommene Medikamente binden und dadurch deren Aufnahme und Wirkung vermindern kann. [12][13]
Was passiert bei einer Tattooentfernung mit dem Pigment?
Die medizinische Entfernung von Tattoos erfolgt überwiegend mit speziellen Lasern. Das Laserlicht wird auf die jeweiligen Farbpigmente abgestimmt und gibt innerhalb sehr kurzer Zeit Energie an sie ab. Dadurch werden die Pigmentpartikel in kleinere Bestandteile zerlegt, die anschließend über körpereigene Prozesse weitertransportiert werden können. [14][15]
Wie gut sich ein Tattoo entfernen lässt, hängt unter anderem von der verwendeten Farbe und dem Lasersystem ab. Ein systematischer Review mit 36 Studien zeigte, dass sowohl Q-switched-Nd:YAG-Laser als auch Pikosekundenlaser Tattoos wirksam aufhellen beziehungsweise entfernen können. Pikosekundenlaser zeigten bei bestimmten blauen, grünen und gelben Pigmenten Vorteile. [14]
Eine vollständige Entfernung ist jedoch nicht bei jedem Tattoo möglich. Je nach Pigment können Farbreste oder Veränderungen der Haut zurückbleiben. Zudem sind meist mehrere Behandlungssitzungen erforderlich. [14][15]
Laserbehandlungen können vorübergehend Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Blasen verursachen. Auch eine Aufhellung oder Verdunkelung der behandelten Haut ist möglich. Seltener sind bleibende Veränderungen wie Narben beschrieben. [14][15]
Was passiert nach der Laserbehandlung mit den Pigmenten?
Bei einer Laserbehandlung verschwinden die Tattoo-Pigmente nicht sofort. Der Laser zerkleinert und verändert die Pigmentpartikel, sodass ein Teil des Materials anschließend von Zellen aufgenommen und über das Lymphsystem weitertransportiert werden kann. [2][14]
Dass dieser Prozess auch Reaktionen des Immunsystems auslösen kann, zeigen einzelne Fallberichte. Bei zwei Patienten kam es nach einer Laserbehandlung vorübergehend zu einer Schwellung regionaler Lymphknoten. Solche Einzelfälle zeigen, dass diese Reaktion auftreten kann. Wie häufig sie vorkommt, lässt sich daraus jedoch nicht bestimmen. [16]
Können beim Lasern neue chemische Verbindungen entstehen?
Beim Lasern werden Tattoo-Pigmente nicht nur in kleinere Partikel zerlegt. Die hohe Energie des Laserlichts kann auch die chemische Struktur bestimmter Pigmente verändern und neue Abbauprodukte entstehen lassen. [17][18]
In einer Laborstudie untersuchten Vasold und Kollegen zwei Azopigmente, die mit Laserlicht bestrahlt wurden. Dabei entstanden verschiedene aromatische Spaltprodukte. Die Studie belegt damit, dass bestimmte Tattoo-Pigmente durch Laserlicht chemisch verändert werden können. Da die Untersuchung im Labor durchgeführt wurde, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, in welchen Mengen solche Abbauprodukte bei einer Tattooentfernung im menschlichen Körper entstehen. [17]
Ein systematischer Review aus dem Jahr 2022 bestätigte, dass bei der Zersetzung von Tattoo-Pigmenten durch Laserlicht, Sonnenlicht oder Stoffwechselprozesse verschiedene Abbauprodukte entstehen können. Gleichzeitig fehlen noch ausreichende Daten darüber, welche Stoffe dabei in welchen Mengen entstehen, wie lange sie im Körper verbleiben und welche gesundheitlichen Auswirkungen daraus resultieren können. [18] Auch eine neuere medizinisch-toxikologische Übersichtsarbeit beschreibt diese Fragen weiterhin als nicht ausreichend geklärt. [2]
Hautpflege nach dem Tätowieren
Eine frische Tätowierung verletzt die Haut und setzt einen Wundheilungsprozess in Gang. In dieser Phase sollte die Haut vor Verunreinigungen, Infektionen und unnötiger mechanischer Belastung geschützt werden. [2][6] Treten starke oder zunehmende Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder andere auffällige Entzündungszeichen auf, sollte dies medizinisch abgeklärt werden. [3][4][6]
Während der Heilungsphase sollte frisch tätowierte Haut möglichst wenig gereizt und entsprechend den Pflegehinweisen des Tattoo-Studios versorgt werden. Eine geeignete Tattoo-Pflege kann dabei helfen, die Haut geschmeidig zu halten und vor dem Austrocknen zu schützen.
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Nach der vollständigen Abheilung spielt vor allem der Schutz vor intensiver Lichteinwirkung eine Rolle. Untersuchungen zeigen, dass Tattoo-Pigmente durch UV-Licht, sichtbares Licht und Laserstrahlung chemisch verändert werden können. Welche Abbauprodukte dabei entstehen, hängt unter anderem vom verwendeten Pigment ab. [2][18]
Nach der vollständigen Abheilung ist ein zuverlässiger Sonnenschutz für tätowierte Haut sinnvoll. Ein geeigneter UV-Schutz schützt die Haut vor intensiver Sonnenstrahlung und kann zugleich dazu beitragen, ein vorzeitiges Verblassen der Tattoofarben durch UV-Licht zu begrenzen.
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Welche Rolle spielen Omega-3-Fettsäuren?
EPA und DHA sind Omega-3-Fettsäuren, die der Körper unter anderem in die Membranen seiner Zellen einbaut. Dort beeinflussen sie die Eigenschaften der Zellmembranen und dienen als Ausgangsstoffe für verschiedene Botenstoffe, die an der Regulation von Entzündungs- und Immunprozessen beteiligt sind. [19][20]
Omega-3-Fettsäuren sind damit Bestandteile biologischer Membranen und stehen mit verschiedenen Signalwegen in Verbindung, die an Entzündungs- und Immunprozessen beteiligt sind. Daraus ergibt sich jedoch kein Nachweis dafür, dass EPA oder DHA Tattoo-Pigmente abbauen oder aus dem Körper entfernen. [19][20]
Wer keinen oder nur selten Fisch isst, kann EPA und DHA auch über Mikroalgen aufnehmen. Algenöl bietet dafür eine pflanzliche Möglichkeit, die Versorgung mit diesen langkettigen Omega-3-Fettsäuren zu ergänzen.
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Magnesium, Vitamin D3 und Vitamin K2: Wie unterstützen sie den Körper?
Magnesium ist an zahlreichen Vorgängen im Körper beteiligt. Der Mineralstoff wird unter anderem für den Energiestoffwechsel sowie die normale Funktion von Nerven und Muskeln benötigt. [21]
Vitamin D3 spielt eine wichtige Rolle für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, die Knochen und die normale Funktion des Immunsystems. [22]
Vitamin K2 ist an der Bildung bestimmter Proteine beteiligt, die unter anderem für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel benötigt werden. [23]
Magnesium, Vitamin D3 und Vitamin K2 können damit wichtige normale Körperfunktionen unterstützen. Sie sind jedoch keine Mittel zur Entfernung von Tattoo-Pigmenten oder eingelagerten Metallen aus Haut und Lymphknoten. [21][22][23]
Was sollte man vor einem Tattoo beachten?
Wer sich tätowieren lassen möchte, sollte vor allem auf ein professionell und hygienisch arbeitendes Studio achten. Verunreinigte Farben oder Arbeitsmaterialien sowie mangelnde Hygiene beim Tätowieren und während der Heilung können das Risiko für Infektionen erhöhen. [4][5][6]
Auch die verwendeten Tattoofarben sind wichtig. In der EU gelten dafür die REACH-Beschränkungen, die unter anderem bestimmte problematische Inhaltsstoffe begrenzen und Vorgaben für die Kennzeichnung machen. [9][10] Ein seriöses Studio sollte nachvollziehbar Auskunft über die verwendeten Farben geben und sterile beziehungsweise geeignete Einwegmaterialien verwenden. [4][6][9]
Bei Hauterkrankungen oder bekannten Allergien kann es sinnvoll sein, vor dem Tätowieren ärztlichen Rat einzuholen. Bestimmte Hauterkrankungen können im Bereich eines Tattoos auftreten oder sich verschlechtern; auch allergische Reaktionen auf Bestandteile von Tattoofarben sind dokumentiert. [3][4][5]
Vor der Entscheidung sollte außerdem bedacht werden, dass ein Tattoo nicht immer vollständig entfernt werden kann. Laserbehandlungen können die Pigmente deutlich reduzieren, erfordern jedoch meist mehrere Sitzungen und können Hautreaktionen oder bleibende Pigmentveränderungen verursachen. [14][15]
Fazit
Tattoos sind dauerhafte Veränderungen der Haut. Die Farbpigmente bleiben nicht ausschließlich an der Einstichstelle, sondern können über das Lymphsystem in regionale Lymphknoten gelangen. Welche langfristigen gesundheitlichen Folgen solche Ablagerungen haben können, ist noch nicht vollständig geklärt.
Auch die Zusammensetzung der Tattoofarben verdient Aufmerksamkeit. Untersuchungen haben in kommerziellen Farben regulierte Metalle und Metalloide gefunden und bei einem Teil der Produkte Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt. In der EU sollen die REACH-Vorschriften die Belastung durch problematische Inhaltsstoffe und Verunreinigungen begrenzen.
Eine wichtige Rolle spielt die Heilungsphase nach dem Tätowieren. Die Haut muss die entstandenen Verletzungen reparieren und benötigt dafür eine gute Versorgung mit Energie, Eiweiß, essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Eine ausgewogene Ernährung schafft dafür die Grundlage. Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Vitamin D3 und Vitamin K2 können die Nährstoffversorgung ergänzen und damit normale Körperfunktionen unterstützen, die auch während der Regeneration wichtig sind. Chlorella und Spirulina können ebenfalls Bestandteil einer nährstoffreichen Ernährung beziehungsweise Nahrungsergänzung sein.
Aktivkohle kann bestimmte unerwünschte Stoffe im Magen-Darm-Trakt binden und deren Aufnahme in den Körper verringern. Aufgrund dieser Eigenschaft wird sie auch medizinisch bei ausgewählten Vergiftungen eingesetzt.
Soll ein Tattoo später entfernt werden, kommen vor allem Laserverfahren zum Einsatz. Dabei wird die Energie des Laserlichts von den Farbpigmenten aufgenommen, wodurch die Pigmente zerkleinert und chemisch verändert werden können. Der Körper kann anschließend einen Teil der entstandenen Pigmentfragmente weitertransportieren. Eine vollständige Entfernung des Tattoos ist jedoch nicht immer möglich. Zudem können beim Lasern chemische Abbauprodukte entstehen, deren langfristige gesundheitliche Bedeutung noch nicht für alle Stoffe ausreichend erforscht ist.
Wer sich für ein Tattoo entscheidet, sollte deshalb vor allem auf ein professionelles und hygienisch arbeitendes Studio, gesetzeskonforme Tattoofarben und eine sorgfältige Nachsorge achten. Ebenso wichtig sind während der Heilungsphase ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und eine gute Versorgung mit den für Wundheilung, Hautregeneration und Immunfunktion benötigten Nährstoffen. Nahrungsergänzungsmittel können diese Versorgung bei Bedarf sinnvoll ergänzen.
Quellen
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Medizinischer Hinweis
Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
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