Schilddrüse und Ernährung: Welche Nährstoffe wirklich wichtig sind

Schilddrüse und Ernährung: Welche Nährstoffe wirklich wichtig sind

Die Schilddrüse ist für ihre normale Funktion auf mehrere Nährstoffe angewiesen. Jod wird direkt für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt, während Selen unter anderem dabei hilft, T4 in das wirksamere T3 umzuwandeln und die Schilddrüsenzellen vor oxidativem Stress zu schützen. Auch Eisen ist wichtig, da es für ein Enzym benötigt wird, das an der Hormonproduktion beteiligt ist. Weitere Nährstoffe wie Vitamin D, Zink und Vitamin B12 können ebenfalls von Bedeutung sein, insbesondere wenn ein Mangel besteht. Entscheidend ist daher eine ausreichende Versorgung entsprechend dem persönlichen Bedarf; eine zusätzliche Einnahme ist nicht automatisch notwendig.

Wichtig ist auch, was Ernährung nicht leisten kann: Sie ersetzt keine Diagnostik und behandelt keine Schilddrüsenerkrankung allein. Bei Hashimoto-Thyreoiditis, also einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, oder bei einer Unter- oder Überfunktion ist die Studienlage zu vielen Ernährungstipps deutlich schwächer, als oft behauptet wird. Gut belegt sind vor allem eine ausreichende Jodversorgung, die Vermeidung von Jodmangel und der gezielte Ausgleich nachgewiesener Mängel.

Was die Schilddrüse aus Nährstoffen macht

Die Schilddrüse bildet hauptsächlich die Hormone T4 und T3. T4 dient dabei überwiegend als Vorstufe und kann in verschiedenen Geweben in das stärker wirksame T3 umgewandelt werden. Für die Bildung beider Hormone benötigt die Schilddrüse Jod, während an der Umwandlung von T4 zu T3 selenhaltige Enzyme beteiligt sind. Auch Eisen spielt eine wichtige Rolle, da das eisenabhängige Enzym Thyreoperoxidase für die Herstellung der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Jod, Selen und Eisen gehören deshalb zu den zentralen Nährstoffen für eine normale Schilddrüsenfunktion.[1][2][3]

Die Schilddrüse ist Teil eines komplexen Zusammenspiels im Körper. Eine ausreichende Energie- und Eiweißversorgung sowie die Aufnahme und Verwertung wichtiger Nährstoffe tragen zu ihrer normalen Funktion bei. Entzündungen, bestimmte Medikamente oder Darmerkrankungen können diese Prozesse beeinflussen. Veränderungen der Schilddrüsenwerte lassen sich jedoch nicht automatisch auf die Ernährung zurückführen. Häufig spielen andere Faktoren wie Autoimmunerkrankungen, gutartige Schilddrüsenknoten, Schwangerschaft, Medikamente oder altersbedingte Veränderungen eine wesentliche Rolle.[1][4]

Jod: der zentrale Nährstoff

Warum Jod unverzichtbar ist

Jod ist ein zentraler Baustein der Schilddrüsenhormone und damit für deren Bildung unverzichtbar. Steht dem Körper über längere Zeit zu wenig Jod zur Verfügung, erhöht die Hirnanhangsdrüse die Ausschüttung von TSH, um die Schilddrüse stärker zur Hormonproduktion anzuregen. Durch diese dauerhafte Stimulation kann sich die Schilddrüse vergrößern und ein sogenannter Kropf entstehen. Bei einem ausgeprägten oder länger anhaltenden Jodmangel kann schließlich auch die Bildung der Schilddrüsenhormone abnehmen.[1][5]

Wie viel Jod empfohlen wird

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm. Während der Schwangerschaft steigt die Empfehlung auf 230 Mikrogramm und in der Stillzeit auf 260 Mikrogramm pro Tag, da in diesen Lebensphasen mehr Jod benötigt wird. Diese Richtwerte dienen als Orientierung für eine ausreichende Versorgung, wobei der individuelle Bedarf etwas variieren kann.[5]

Wie gut Deutschland versorgt ist

Deutschland gilt heute nicht mehr als ausgeprägtes Jodmangelgebiet, dennoch ist eine ausreichende Jodversorgung nicht bei allen Menschen gewährleistet. Deutsche Erhebungen zeigen, dass insbesondere Kinder, Jugendliche und Schwangere häufiger von einer zu geringen Versorgung betroffen sein können. Auch Menschen, die nur wenig Milchprodukte und Seefisch verzehren oder selten jodiertes Speisesalz verwenden, nehmen möglicherweise nicht genügend Jod über die Ernährung auf.[6][7]

Gute Jodquellen

Zu den wichtigsten Jodquellen in Deutschland gehören jodiertes Speisesalz, Milch und Milchprodukte, Seefisch sowie Lebensmittel, die mit Jodsalz hergestellt werden. Auch Algen können große Mengen Jod liefern, allerdings schwankt ihr Jodgehalt je nach Art und Produkt erheblich. Besonders Kombu und einige getrocknete Algen können sehr hohe Mengen enthalten, sodass schnell deutlich mehr Jod aufgenommen wird als benötigt. Für eine verlässliche Jodversorgung sind solche Produkte daher nur eingeschränkt geeignet und sollten wegen einer möglichen Überversorgung mit Bedacht verwendet werden.[5][8]

Wer über die Ernährung nur wenig Jod aufnimmt, sollte seine Versorgung bewusst im Blick behalten. Wenn eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte die Dosierung zum individuellen Bedarf passen.

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Wann zu viel Jod problematisch sein kann

Sowohl eine zu geringe als auch eine dauerhaft sehr hohe Jodzufuhr kann die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Besonders bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen, etwa bei einer Schilddrüsenautonomie, können größere Jodmengen eine Überfunktion auslösen. Vorsicht ist deshalb vor allem bei stark jodhaltigen Algenprodukten und hoch dosierten Nahrungsergänzungsmitteln geboten. Wer bereits eine Schilddrüsenerkrankung hat, sollte eine zusätzliche Jodeinnahme daher ärztlich abklären.[1][8]

Selen: wichtig für Aktivierung und Schutz

Selen spielt eine wichtige Rolle für die Bildung und Aktivierung von Schilddrüsenhormonen. Es ist Bestandteil spezieller Enzyme, die das überwiegend als Vorstufe dienende T4 in das wirksamere T3 umwandeln. Gleichzeitig unterstützt Selen antioxidative Enzyme, die dabei helfen, reaktive Sauerstoffverbindungen abzufangen, die während der Hormonproduktion entstehen. Die Schilddrüse weist im Vergleich zu vielen anderen Organen eine besonders hohe Selenkonzentration auf und ist daher auf eine ausreichende Versorgung angewiesen.[2][9]

Selen ist ein wichtiges Spurenelement, das regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden muss. Die DGE gibt für Erwachsene einen Schätzwert von täglich 70 Mikrogramm für Männer und 60 Mikrogramm für Frauen an. Gute Selenquellen sind unter anderem Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte. Auch Paranüsse können viel Selen enthalten, allerdings schwankt ihr Gehalt je nach Herkunft erheblich. Sie eignen sich deshalb zwar als selenreiches Lebensmittel, aber nicht für eine gezielte und gleichbleibende Dosierung.[10]

Wer seine Selenzufuhr gezielt ergänzen möchte, kann mit einem klar dosierten Präparat die aufgenommene Menge besser einschätzen als beispielsweise über Paranüsse mit stark schwankendem Selengehalt.

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Bei Hashimoto-Thyreoiditis wird Selen häufig als mögliche Ergänzung diskutiert. Einige Studien und Übersichtsarbeiten zeigen, dass eine zusätzliche Selenzufuhr bei einem Teil der Betroffenen bestimmte Schilddrüsen-Antikörper senken kann. Diese Antikörper entstehen, weil sich das Immunsystem bei der Autoimmunerkrankung gegen körpereigene Strukturen der Schilddrüse richtet. Ob niedrigere Antikörperwerte jedoch auch zu weniger Beschwerden, einer besseren Lebensqualität oder einem günstigeren langfristigen Krankheitsverlauf führen, ist bislang nicht eindeutig belegt. Deshalb wird eine zusätzliche Seleneinnahme nicht generell für alle Menschen mit Hashimoto empfohlen.[9][11]

Eisen: oft übersehen, aber biologisch wichtig

Eisen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Bildung der Schilddrüsenhormone. Es wird für das Enzym Thyreoperoxidase benötigt, das dabei hilft, Jod in die Schilddrüsenhormone einzubauen. Bei einem Eisenmangel kann dieser Prozess beeinträchtigt sein, selbst wenn ausreichend Jod vorhanden ist. Ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Eisenversorgung besteht unter anderem bei starken Monatsblutungen, während der Schwangerschaft, bei einer nicht ausgewogen geplanten vegetarischen oder veganen Ernährung sowie bei chronischen Darmerkrankungen.[3][12]

Ein Eisenmangel kann sich auch auf die Schilddrüsenfunktion auswirken und mit veränderten Schilddrüsenwerten einhergehen. Dabei ist jedoch nicht immer eindeutig, ob der Eisenmangel allein für diese Veränderungen verantwortlich ist. Ein nachgewiesener Mangel sollte deshalb medizinisch abgeklärt und gezielt behandelt werden. Eine ausreichende Eisenversorgung ist nicht nur für die Schilddrüse wichtig, sondern auch für die Blutbildung, den Sauerstofftransport und die körperliche Leistungsfähigkeit.[3][12]

Eine ausreichende Eisenversorgung unterstützt nicht nur die Blutbildung und den Sauerstofftransport, sondern ist auch für die Bildung der Schilddrüsenhormone relevant. Bei nachgewiesenem Eisenmangel kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.

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Vitamin D, Zink und Vitamin B12: relevant bei bestimmten Menschen

Vitamin D, Zink und Vitamin B12 stehen ebenfalls mit verschiedenen Funktionen der Schilddrüse und des Immunsystems in Verbindung. Bei Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto, werden deshalb häufiger Veränderungen der Versorgung untersucht. So zeigen Beobachtungsstudien bei Menschen mit Hashimoto oft niedrigere Vitamin-D-Spiegel. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein niedriger Vitamin-D-Wert die Erkrankung verursacht. Ebenso bedeutet eine Schilddrüsenerkrankung nicht automatisch, dass ein Mangel an Vitamin D, Zink oder Vitamin B12 besteht oder eine zusätzliche Einnahme sinnvoll ist.[13]

Zink ist an zahlreichen Enzymprozessen beteiligt und unterstützt unter anderem die normale Funktion des Immunsystems. Ein ausgeprägter Zinkmangel kann auch den Schilddrüsenhormonstoffwechsel beeinträchtigen, kommt in der deutschen Allgemeinbevölkerung jedoch eher selten vor. Vitamin B12 wird für die Bildung der Schilddrüsenhormone nicht direkt benötigt, kann bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen aber häufiger vermindert sein, beispielsweise wenn zusätzlich eine Autoimmungastritis besteht. Eine gezielte Versorgung mit Zink oder Vitamin B12 ist daher besonders bei einem nachgewiesenen Mangel oder einem erhöhten Risiko relevant und nicht grundsätzlich für jeden Menschen mit Schilddrüsenproblemen erforderlich.[4][14]

Vitamin D erfüllt zahlreiche Funktionen im Körper und sollte insbesondere bei einer unzureichenden Versorgung berücksichtigt werden. Wird ein zusätzlicher Bedarf festgestellt, lässt sich Vitamin D gezielt ergänzen.

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Welche Lebensmittel und Ernährungsweisen wirklich zählen

Jodiertes Salz ist im Alltag oft wichtiger als exotische Superfoods

Jodiertes Speisesalz trägt wesentlich dazu bei, einer unzureichenden Jodversorgung in der Bevölkerung vorzubeugen. Dabei muss nicht mehr Salz verwendet werden: Entscheidend ist, das ohnehin zum Kochen und Würzen eingesetzte Salz möglichst durch Jodsalz zu ersetzen. Das ist besonders sinnvoll, weil viele Menschen nur selten Seefisch essen und pflanzliche Lebensmittel hierzulande meist vergleichsweise wenig Jod liefern.[5][6]

Vegane Ernährung braucht bei Jod besondere Planung

Bei einer veganen Ernährung sollte die Jodversorgung besonders bewusst berücksichtigt werden, da wichtige Quellen wie Seefisch und Milchprodukte wegfallen. Jodiertes Speisesalz und gezielt ausgewählte Lebensmittel können dazu beitragen, den Bedarf zu decken, während pflanzliche Drinks und andere Alternativprodukte nicht automatisch nennenswerte Mengen Jod enthalten. Algen können zwar sehr jodreich sein, ihr Gehalt schwankt jedoch stark und ist daher als regelmäßige Jodquelle nur eingeschränkt geeignet. Eine gut geplante Jodversorgung ist bei veganer Ernährung deshalb besonders wichtig.[5][8]

Strenge Eliminationsdiäten sind meist nicht gut belegt

Bei Schilddrüsenproblemen werden häufig glutenfreie, milchfreie oder andere stark einschränkende Ernährungsformen empfohlen. Einen überzeugenden wissenschaftlichen Nachweis, dass solche Diäten die Schilddrüsenfunktion bei Menschen ohne Zöliakie oder entsprechende Unverträglichkeit grundsätzlich verbessern, gibt es bislang jedoch nicht. Einzelne kleinere Studien liefern zwar Hinweise auf mögliche Effekte, reichen für eine allgemeine Empfehlung aber nicht aus. Werden ohne medizinischen Grund ganze Lebensmittelgruppen gemieden, sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen weiterhin gewährleistet bleibt.[4][11]

Soja, Kohl und andere „goitrogene“ Lebensmittel: meist kein Grund zur Sorge

Als Goitrogene werden natürliche Stoffe bezeichnet, die unter bestimmten ungünstigen Bedingungen die Jodverwertung und damit die Schilddrüsenfunktion beeinflussen können. Sie kommen beispielsweise in Kohlgewächsen wie Brokkoli, Rosenkohl und verschiedenen Kohlsorten sowie in Soja vor. Bei einer ausreichenden Jodversorgung und in üblichen Verzehrmengen gelten diese nährstoffreichen Lebensmittel in der Regel als unproblematisch und müssen deshalb nicht grundsätzlich vom Speiseplan gestrichen werden.[1][4]

Praktisch relevant können diese Stoffe vor allem dann werden, wenn gleichzeitig ein Jodmangel besteht, die Ernährung sehr einseitig ist oder außergewöhnlich große Mengen entsprechender Lebensmittel verzehrt werden. Durch Kochen lässt sich die Wirkung bestimmter goitrogener Stoffe zusätzlich verringern. Soja hebt die Wirkung von Schilddrüsenhormontabletten nicht auf, kann aber – ähnlich wie sehr ballaststoff- oder calciumreiche Lebensmittel – deren Aufnahme im Darm beeinflussen, wenn beides zeitlich zusammen eingenommen wird.[1][15]

Nahrungsergänzung: wann sie sinnvoll sein kann und wann nicht

Nahrungsergänzungsmittel können bei der Schilddrüsengesundheit sinnvoll sein, sollten aber gezielt eingesetzt werden. Eine gute Grundlage ist zunächst eine ausgewogene Ernährung; anschließend können Laborwerte und persönliche Risikofaktoren zeigen, ob tatsächlich zusätzlicher Bedarf besteht. Eine Ergänzung kommt insbesondere bei einem nachgewiesenen Mangel an Jod, Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 oder Selen sowie in Lebensphasen mit erhöhtem Bedarf, beispielsweise während der Schwangerschaft, infrage. Kombipräparate speziell für „die Schilddrüse“ sind dagegen nicht automatisch sinnvoll, da die enthaltenen Nährstoffe und Dosierungen nicht bei jedem Menschen benötigt werden.[4][5][10]

Bei Jod und Selen ist die richtige Dosierung besonders wichtig, da sowohl eine zu geringe als auch eine übermäßig hohe Zufuhr die Schilddrüse beeinflussen kann. Hoch dosierte Präparate sollten deshalb nicht ohne konkreten Bedarf eingenommen werden, da zu große Mengen Nebenwirkungen verursachen und bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen problematisch sein können. Sinnvoller ist eine gezielte Ergänzung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert, statt Jod oder Selen dauerhaft und ohne Anlass einzunehmen.[1][9][10]

Praktische Einordnung im Alltag

Thema Gut belegt Weniger klar
Jod Ausreichende Zufuhr ist nötig Hohe Zusatzmengen sind nicht pauschal sinnvoll
Selen Biologisch wichtig für Umwandlung und Schutz Nutzen bei Hashimoto nicht eindeutig für alle
Eisen Mangel kann die Hormonbildung beeinträchtigen Nicht jede Schilddrüsenstörung ist durch Eisen erklärbar
Glutenfrei oder milchfrei Sinnvoll nur bei klarer medizinischer Indikation Allgemeiner Nutzen für die Schilddrüse nicht gut belegt

Im Alltag kommt es vor allem auf eine ausgewogene Jodzufuhr und eine Ernährung an, die den Körper zuverlässig mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Versorgung bei Menschen, die wenig tierische Lebensmittel essen, während der Schwangerschaft, bei stärkeren Blutverlusten oder bei chronischen Darmerkrankungen. Besteht bereits eine Schilddrüsenerkrankung, können Laborwerte dabei helfen, mögliche Versorgungslücken zu erkennen und Ernährung sowie eine eventuell notwendige Ergänzung gezielt mit ärztlicher Beratung abzustimmen.[4][5][12]

Fazit

Für eine normale Schilddrüsenfunktion sind vor allem Jod, Selen und Eisen von Bedeutung. Jod wird direkt für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt, während Selen und Eisen wichtige Prozesse bei ihrer Herstellung und Aktivierung unterstützen. Eine ausreichende Versorgung ist daher wichtig, eine hoch dosierte Einnahme ohne konkreten Bedarf jedoch nicht sinnvoll. Viele spezielle „Schilddrüsen-Diäten“ und Nahrungsergänzungsmittel versprechen mehr, als wissenschaftlich belegt ist. Entscheidend sind vielmehr eine ausgewogene Nährstoffversorgung und das gezielte Ausgleichen tatsächlich bestehender Mängel.

Quellen

[1] Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie. Informationen und Stellungnahmen zur Jodversorgung und Schilddrüsenerkrankungen; sowie Überblicksdarstellungen zur Schilddrüsenphysiologie in deutschsprachigen endokrinologischen Fachinformationen.

[2] Köhrle J. Selenium and the thyroid. Current Opinion in Endocrinology, Diabetes and Obesity. 2015;22(5):392-401. DOI: 10.1097/MED.0000000000000197.

[3] Zimmermann MB. The influence of iron status on iodine utilization and thyroid function. Annual Review of Nutrition. 2006;26:367-389. DOI: 10.1146/annurev.nutr.26.061505.111236. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16848710/

[4] Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie und deutschsprachige Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen, einschließlich Hashimoto-Thyreoiditis und Hypothyreose.

[5] Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Jod. Aktuelle Fassung der D-A-CH-Referenzwerte.

[6] Robert Koch-Institut. Jodversorgung in Deutschland auf Basis bevölkerungsbezogener Erhebungen, darunter KiGGS und DEGS, sowie begleitende Auswertungen zur Jodausscheidung im Urin.

[7] Remer T, et al. Iodine deficiency in pregnancy in Europe and its consequences: an update from national and regional surveys. Fachliteratur und Übersichtsarbeiten zur Jodversorgung in Deutschland und Europa.

[8] Bundesinstitut für Risikobewertung. Hohe Jodgehalte in Algen und Algenprodukten können gesundheitliche Risiken bergen. Stellungnahmen und Verbraucherhinweise des BfR zu Algenprodukten.

[9] Winther KH, Rayman MP, Bonnema SJ, Hegedüs L. Selenium in thyroid disorders – essential knowledge for clinicians. Nature Reviews Endocrinology. 2020;16:165-176. DOI: 10.1038/s41574-019-0311-6.

[10] Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Selen. Aktuelle Fassung der D-A-CH-Referenzwerte.

[11] Winther KH, et al. Selenium supplementation for Hashimoto’s thyroiditis. Cochrane Database beziehungsweise systematische Reviews zur Selen-Supplementierung bei Autoimmunthyreoiditis; aktuelle Evidenzlage mit begrenzter Aussagekraft für klinische Endpunkte.

[12] Beard JL, Borel MJ, Derr J. Impaired thermoregulation and thyroid function in iron-deficiency anemia. The American Journal of Clinical Nutrition. 1990;52(5):813-819. DOI: 10.1093/ajcn/52.5.813. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2239794/

[13] Wang J, Lv S, Chen G, Gao C, He J, Zhong H, Xu Y. Meta-analysis of the association between vitamin D and autoimmune thyroid disease. Nutrients. 2015;7(4):2485-2498. DOI: 10.3390/nu7042485. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25835208/

[14] Ernährungsmedizinische Übersichtsarbeiten und Leitlinien zu Mikronährstoffen bei Autoimmunerkrankungen sowie Risikogruppen für Vitamin-B12- und Zinkmangel.

[15] Jonklaas J, Bianco AC, Bauer AJ, et al. Guidelines for the treatment of hypothyroidism. Thyroid. 2014;24(12):1670-1751. DOI: 10.1089/thy.2014.0028. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25266247/


Medizinischer Hinweis

Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, bestehenden Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten, Schwangerschaft oder Unsicherheiten hinsichtlich der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden.

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