Dein Bauch fühlt sich am Abend an wie ein Ballon, die Hose zwickt und die Verdauung läuft mal zu langsam und mal zu schnell. Vielleicht hast du gerade ein Antibiotikum genommen und spürst, dass dein Darm etwas durcheinandergeraten ist. Solche Beschwerden begleiten sehr viele Menschen und wirken sich oft auf das ganze Wohlbefinden aus. Ein entspannter Bauch schenkt dir Leichtigkeit, Energie und ein gutes Gefühl im eigenen Körper. Genau deshalb lohnt es sich, deinem Darm mit Aufmerksamkeit und Wissen zu begegnen.
In Drogerien und Apotheken findest du heute eine große Auswahl an Probiotika und die Packungen versprechen viel. Die Forschung zeigt, dass bestimmte Probiotika in bestimmten Situationen sehr wertvoll sind. Sie zeigt aber auch, wie wichtig der richtige Bakterienstamm, die passende Menge und eine darmfreundliche Ernährung sind. Mit diesem Wissen triffst du gute Entscheidungen für deinen Körper. Du erfährst, welche Möglichkeiten sich in Studien bewährt haben, damit du gut informiert entscheiden kannst, was zu dir passt.
In diesem Artikel erfährst du, was Probiotika genau sind, wie sie im Darm wirken und warum jeder Darm anders auf sie reagiert. Du erfährst, welche Probiotika und Ernährungsweisen bei Blähungen und einem empfindlichen Darm hilfreich sein können. Anschließend lernst du, wie bestimmte Bakterienstämme, Ballaststoffe und Obstsorten eine träge Verdauung unterstützen. Auch bei einer Antibiotikabehandlung können Probiotika eine wichtige Rolle spielen. Du erfährst, wie sie deinen Darm währenddessen unterstützen können und wie sich deine Darmflora danach erholt. Zum Abschluss erhältst du einen alltagstauglichen Plan mit dem du deine Darmgesundheit Schritt für Schritt fördern kannst.
Was Probiotika sind und wie sie in deinem Darm wirken
Lebendige Helfer mit ganz eigenem Profil
Ein internationales Expertengremium der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics hat genau festgelegt, was Probiotika sind. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge aufgenommen einen gesundheitlichen Nutzen haben. Die meisten gehören zu den Milchsäurebakterien wie Lactobacillus und Bifidobacterium, aber auch die Hefe Saccharomyces boulardii zählt dazu. Jeder Bakterienstamm hat dabei seine eigenen Fähigkeiten, ähnlich wie verschiedene Hunderassen trotz gleicher Art ganz unterschiedliche Talente haben. Deshalb tragen gute Präparate immer einen genauen Stammnamen, z.B. Lactobacillus rhamnosus GG.[1]
Die Mikrobiologin Mary Ellen Sanders und ihr Team beschreiben auf welchen Wegen Probiotika wirken. Sie konkurrieren mit unerwünschten Keimen um Platz und Nährstoffe und bilden Stoffe wie Milchsäure, die das Darmmilieu leicht säuern. Außerdem stärken sie die Darmbarriere, also die schützende Schleimhautschicht und stehen in engem Austausch mit deinem Immunsystem. Viele dieser Effekte entstehen während der Passage durch den Darm, auch wenn sich die Bakterien dort nicht dauerhaft ansiedeln. Probiotika sind also eher freundliche Gäste als neue Mitbewohner, die deinen Darm auf ihrer Reise unterstützen.[2]
Warum jeder Darm anders reagiert
Forschende des Weizmann-Instituts in Israel um Niv Zmora haben untersucht, wie gut sich Probiotika in der Darmschleimhaut verschiedener Menschen ansiedeln. Bei manchen Teilnehmenden ließen sich die Bakterien gut nachweisen, bei anderen kaum. Ob ein Darm für Probiotika empfänglich war, ließ sich teilweise schon an der ursprünglichen Darmflora erkennen. Jeder Darm ist also so individuell wie ein Fingerabdruck. Deshalb lohnt es sich, deine persönliche Reaktion auf ein Präparat aufmerksam zu beobachten.[3]
Die deutsche S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom, herausgegeben von den Fachgesellschaften für Gastroenterologie und Neurogastroenterologie, greift genau diesen Gedanken auf. Sie hält fest, dass bestimmte Probiotika bei Reizdarmbeschwerden eingesetzt werden können und dass sich die Wahl des Stammes an den jeweiligen Beschwerden orientiert. Außerdem empfiehlt sie, die Wirkung nach einigen Wochen zu überprüfen und bei ausbleibendem Nutzen ein anderes Präparat zu wählen. Dieses Vorgehen schenkt dir einen klaren Rahmen für deinen eigenen Test. So findest du Schritt für Schritt heraus, was deinem Bauch wirklich guttut.[4]
Möchtest du besser verstehen, wie dein Darm funktioniert und was du für deine Darmgesundheit tun kannst? In ihrem Bestseller Darm mit Charme von Giulia Enders* erklärt die Ärztin humorvoll und leicht verständlich, welche Rolle deine Darmbakterien für dein Wohlbefinden spielen. Du erfährst außerdem, was hinter Probiotika und Präbiotika steckt. Ich empfehle dir dieses Buch, weil es spannende Einblicke mit hilfreichem Wissen für deinen Alltag verbindet. So lernst du deinen Darm besser kennen und entdeckst, wie du deine Darmflora unterstützen kannst.
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Sanfte Hilfe bei Blähungen und einem empfindlichen Bauch
Was Studien bei Reizdarm und Blähungen zeigen
Der Gastroenterologe Alexander Ford hat mit seinem Team über 50 randomisierte Studien zu Probiotika beim Reizdarmsyndrom in einer Metaanalyse zusammengefasst. Bestimmte Probiotika, v.a. Kombinationen mehrerer Stämme sowie einzelne Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme, verbesserten die Gesamtbeschwerden und die Bauchschmerzen stärker als ein Placebo. Einige Präparate linderten außerdem Blähungen und ein Gefühl von Blähbauch. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Stamm und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf gut untersuchte Präparate. Mit einem gezielt gewählten Probiotikum gibst du deinem Bauch eine echte Chance auf mehr Ruhe.[5]
Eine große deutsche Studie unter der Leitung der Hamburger Gastroenterologin Viola Andresen hat einen besonderen Bakterienstamm untersucht. Über 400 Menschen mit Reizdarm nahmen acht Wochen lang hitzeinaktivierte Bakterien des Stammes Bifidobacterium bifidum HI-MIMBb75 oder ein Placebo ein. In der Bakterien-Gruppe erlebten ca. 34% eine deutliche Linderung von Schmerzen und Beschwerden, in der Placebo-Gruppe ca. 19%. Spannend ist, dass die Bakterien dabei nicht mehr lebendig waren und trotzdem wirkten, vermutlich über ihren Kontakt mit der Darmschleimhaut. Diese Studie zeigt, wie vielfältig die Wege sind, auf denen Bakterien deinen Darm beruhigen.[6]
Die S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom empfiehlt, Probiotika passend zu den Hauptbeschwerden auszuwählen, z.B. bei Blähungen, Schmerzen oder Durchfall. Außerdem betont sie, wie wichtig eine sorgfältige ärztliche Abklärung ist, bevor die Diagnose Reizdarm gestellt wird. Dazu gehören ein Gespräch, eine körperliche Untersuchung und je nach Beschwerden weitere Tests, z.B. auf Zöliakie oder Laktoseintoleranz. Diese Abklärung schenkt dir Sicherheit und einen klaren Ausgangspunkt. Mit diesem Wissen wählst du gezielt die Unterstützung, die zu dir passt.[4]
Ernährung und Pflanzenkraft für einen ruhigen Bauch
Ein australisches Forschungsteam um Emma Halmos hat die sogenannte Low-FODMAP- Ernährung untersucht. FODMAPs sind bestimmte Zucker und Ballaststoffe, die im Dickdarm rasch vergären, z.B. in Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchten, Weizen, Äpfeln und Milchzucker. Menschen mit Reizdarm, die drei Wochen lang FODMAP-arm aßen, hatten deutlich weniger Blähungen, Bauchschmerzen und Unwohlsein. Diese Ernährung ist als vorübergehende Testphase gedacht, nach der du die Lebensmittel nach und nach wieder einführst und deine persönlichen Auslöser entdeckst. Eine Ernährungsfachkraft begleitet dich dabei am besten, damit deine Ernährung vielfältig bleibt.[7]
Auch Pfefferminzöl hat sich bei einem empfindlichen Bauch als wertvoll erwiesen. Eine Metaanalyse um Nour Alammar hat zwölf randomisierte Studien mit über 800 Menschen mit Reizdarm ausgewertet. Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln linderte Bauchschmerzen und Gesamtbeschwerden deutlich stärker als ein Placebo. Das enthaltene Menthol entspannt die glatte Muskulatur des Darms und kann so Krämpfe und Blähungen lindern. Ein warmer Pfefferminz- oder Fencheltee nach dem Essen ist darüber hinaus ein wohltuendes Ritual für deinen Bauch.[8]
Möchtest du deinen Bauch bei Blähungen und Krämpfen auf natürliche Weise beruhigen? Die hochdosierten Pfefferminzöl-Kapseln von Healthspan* können helfen, die Darmmuskulatur zu entspannen und unangenehme Bauchbeschwerden zu lindern. Ich empfehle dir dieses Präparat, wenn du deinen empfindlichen Bauch gezielt unterstützen möchtest. Besonders praktisch sind magensaftresistente Kapseln, die das Pfefferminzöl erst im Darm freisetzen. So kannst du deinem Bauch etwas Gutes tun und wieder mehr Wohlbefinden im Alltag genießen.
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Probiotika und mehr für eine geregelte Verdauung
Wenn deine Verdauung etwas Schwung braucht
Die Ernährungswissenschaftlerin Eirini Dimidi vom King’s College London hat 14 randomisierte Studien zu Probiotika bei Verstopfung in einer Metaanalyse ausgewertet. Probiotika verkürzten die Zeit, die die Nahrung durch den Darm braucht, im Durchschnitt um ca. zwölf Stunden. Außerdem hatten die Teilnehmenden ca. 1,3 Stuhlgänge mehr pro Woche und der Stuhl wurde weicher. Besonders gute Ergebnisse zeigten Stämme von Bifidobacterium lactis. Ein Probiotikum mit diesem Bakterium ist damit ein sanfter Begleiter für eine träge Verdauung.[9]
Die deutsche S2k-Leitlinie zur chronischen Obstipation empfiehlt als Grundlage einer guten Verdauung ausreichend Ballaststoffe, eine angemessene Trinkmenge und regelmäßige Bewegung. Diese einfachen Maßnahmen bilden die Basis, auf der weitere Hilfen wie Probiotika aufbauen. Ein fester Rhythmus hilft deinem Darm zusätzlich, z.B. ein ruhiger Moment auf der Toilette nach dem Frühstück, wenn die Darmbewegung natürlicherweise besonders aktiv ist. Ein kleiner Hocker unter den Füßen bringt deinen Körper dabei in eine entspannte Hockhaltung. So unterstützt du deine Verdauung ganz natürlich mit kleinen Veränderungen.[10]
Ballaststoffe und Kiwis als natürliche Helfer
Ein britisches Forschungsteam um Anne van der Schoot hat 16 randomisierte Studien zu Ballaststoffen bei chronischer Verstopfung ausgewertet. Ballaststoffe erhöhten die Häufigkeit der Stuhlgänge und verbesserten die Stuhlbeschaffenheit. Am wirkungsvollsten waren Flohsamenschalen in einer Menge von mehr als 10 g pro Tag über mind. vier Wochen. Steigere die Menge langsam und trinke reichlich dazu, damit die Ballaststoffe gut quellen können. So gewöhnt sich dein Darm in Ruhe an die neue Unterstützung.[11]
Eine köstliche Alternative hat ein Forschungsteam um den Gastroenterologen Samuel Chey an der University of Michigan untersucht. Menschen mit chronischer Verstopfung aßen vier Wochen lang täglich zwei grüne Kiwis, Flohsamenschalen oder Trockenpflaumen. In allen drei Gruppen verbesserte sich die Verdauung deutlich. Die Kiwis wurden dabei besonders gut vertragen und lösten seltener Blähungen aus. Zwei Kiwis am Morgen sind damit ein fruchtiger, einfacher Weg zu einer leichteren Verdauung.[12]
Möchtest du deine Darmflora unterstützen und deiner Verdauung etwas Gutes tun? Die Probiotikum- und Präbiotikum-Kapseln mit Bifidobacterium lactis* kombinieren probiotische Bakterien mit Präbiotika, die deinen Darmbakterien als Nahrung dienen. Ich empfehle dir diese Kapseln als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung. Bifidobacterium lactis zählt zu den gut untersuchten Bakterienarten, wobei die Wirkung vom jeweiligen Stamm abhängt. Zusammen mit ballaststoffreichen Lebensmitteln und ausreichend Flüssigkeit lassen sich die Kapseln optimal in deinen Alltag integrieren.
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Probiotika während und nach einer Antibiotikabehandlung
Wie Probiotika deinen Darm während der Behandlung schützen
Antibiotika sind wertvolle Medikamente, die bakterielle Infektionen zuverlässig behandeln und dabei auch einen Teil der nützlichen Darmbakterien beeinflussen. Ein Forschungsteam um Susanne Hempel hat in einer Metaanalyse 82 randomisierte Studien zu Probiotika bei Antibiotikabehandlungen ausgewertet. Menschen, die zusätzlich Probiotika einnahmen, hatten ein um ca. 42% geringeres Risiko für einen antibiotikabedingten Durchfall. Am häufigsten untersucht waren Lactobacillus-Stämme, oft in Kombination mit weiteren Bakterien. Ein Probiotikum während der Antibiotikaeinnahme ist damit ein gut belegter Schutz für deinen Bauch.[13]
Besonders gut untersucht ist die Hefe Saccharomyces boulardii. Die polnischen Kinderärztinnen Hania Szajewska und Maria Kołodziej haben 21 Studien mit fast 5.000 Kindern und Erwachsenen ausgewertet. Mit Saccharomyces boulardii sank die Häufigkeit eines antibiotikabedingten Durchfalls von ca. 19% auf ca. 9%. Ein Vorteil dieser Hefe ist, dass Antibiotika ihr nichts anhaben kann, da sie gegen Bakterien wirken und nicht gegen Pilze. Deshalb kannst du Saccharomyces boulardii zeitgleich mit deinem Antibiotikum einnehmen.[14]
Eine Cochrane-Übersicht um Joshua Goldenberg hat sich auf eine besonders unangenehme Folge von Antibiotika konzentriert, nämlich Durchfälle durch das Bakterium Clostridioides difficile. In 39 Studien mit fast 10.000 Teilnehmenden senkten Probiotika das Risiko für diese Durchfälle um ca. 60%. Am deutlichsten war der Nutzen bei Menschen mit einem erhöhten Grundrisiko, z.B. im Krankenhaus. Unerwünschte Wirkungen traten mit Probiotika nicht häufiger auf als ohne. Besprich die Einnahme am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, v.a. wenn du ein geschwächtes Immunsystem hast.[15]
Wie sich deine Darmflora nach Antibiotika erholt
Die Forschenden Les Dethlefsen und David Relman von der Stanford University haben die Darmflora von Menschen über zehn Monate und zwei Antibiotikabehandlungen hinweg genau verfolgt. Nach jeder Behandlung begann sich die Darmflora schon innerhalb einer Woche wieder zu erholen. Große Teile der ursprünglichen Bakteriengemeinschaft kehrten zurück, auch wenn sich einzelne Arten verändert hatten. Wie schnell und vollständig das geschah, war bei jedem Menschen anders. Dein Darm besitzt also eine beeindruckende Fähigkeit zur Selbstheilung, die du mit deiner Ernährung liebevoll unterstützen kannst.[16]
Eine Studie des Weizmann-Instituts um Jotham Suez hat untersucht, wie sich die Darmflora nach einer Antibiotikabehandlung mit und ohne Probiotikum erholt. Überraschenderweise kehrte die ursprüngliche Darmflora in der Darmschleimhaut ohne Probiotikum schneller zurück als mit einem Mix aus elf Bakterienstämmen. Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig die eigenen Bakterien für den Neuaufbau sind. Für die Zeit nach dem Antibiotikum hat deshalb v.a. eine ballaststoffreiche, vielfältige Ernährung eine große Bedeutung, denn sie nährt genau diese eigenen Bakterien. Probiotika entfalten ihren größten Nutzen während der Antibiotikaeinnahme und danach übernimmt dein Teller die Hauptrolle.[17]
Möchtest du deine Darmflora während einer Antibiotikabehandlung unterstützen? Die Jarrow Formulas Saccharomyces boulardii Kapseln* enthalten eine gut untersuchte probiotische Hefe, die antibiotikabedingtem Durchfall vorbeugen kann. Ich empfehle dir dieses Präparat, weil Antibiotika der Hefe nichts anhaben und du sie daher gleichzeitig einnehmen kannst. So unterstützt du deine Verdauung während der Behandlung. Bei Vorerkrankungen, besonders einer geschwächten Immunabwehr, solltest du die Einnahme vorher ärztlich abklären.
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Deine Ernährung als Fundament und dein Plan für einen ruhigen Bauch
Fermentierte Lebensmittel und Präbiotika als tägliche Begleiter
Forschende der Stanford University um Hannah Wastyk ließen gesunde Erwachsene zehn Wochen lang mehr fermentierte Lebensmittel essen, z.B. Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi und Kombucha. Die Darmflora der Teilnehmenden wurde dabei vielfältiger und das umso mehr, je mehr fermentierte Speisen sie aßen. Gleichzeitig sanken 19 Entzündungsmarker im Blut. Fermentierte Lebensmittel bringen lebendige Mikroorganismen ganz natürlich auf deinen Teller. Schon eine kleine Portion am Tag, z.B. ein Glas Kefir oder eine Gabel Sauerkraut, ist ein wunderbarer Anfang.[18]
Präbiotika sind die Nahrung deiner guten Darmbakterien. Ein Expertengremium um den britischen Mikrobiologen Glenn Gibson beschreibt sie als Stoffe, die von Mikroorganismen im Körper gezielt genutzt werden und dabei einen gesundheitlichen Nutzen schenken. Zu den bekanntesten Präbiotika zählen Inulin und Oligofructose, die z.B. in Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Spargel und leicht grünen Bananen stecken. Auch Haferflocken und abgekühlte Kartoffeln liefern Ballaststoffe, von denen deine Darmbakterien profitieren. Wenn du zu Blähungen neigst, steigere präbiotische Lebensmittel langsam, damit sich dein Darm in Ruhe daran gewöhnt.[19]
Dein Plan für die nächsten Wochen
In den ersten zwei Wochen bringst du mehr Vielfalt auf deinen Teller. Das American Gut Project hat gezeigt, dass Menschen mit mehr als 30 verschiedenen Pflanzen pro Woche eine besonders vielfältige Darmflora haben. Zähle eine Woche lang alle Pflanzen, die du isst, inkl. Kräutern, Gewürzen, Nüssen und Samen. Ergänze jeden Tag eine kleine Portion eines fermentierten Lebensmittels. So schaffst du die Grundlage, auf der Probiotika und deine eigenen Darmbakterien gut gedeihen.[20]
Wenn du ein Probiotikum ausprobieren möchtest, wähle es passend zu deinem Anliegen und achte auf den genauen Stammnamen. Für eine Antibiotikabehandlung eignen sich z.B. Saccharomyces boulardii oder Lactobacillus rhamnosus GG, für eine träge Verdauung Bifidobacterium lactis und für einen empfindlichen Bauch gut untersuchte Kombinationspräparate. Ein gutes Produkt nennt Stamm, Keimzahl pro Tagesdosis und Haltbarkeit. Nimm es täglich zur gleichen Zeit ein, damit es zu einer festen Gewohnheit wird. Notiere in einem kleinen Bauchtagebuch, wie sich deine Verdauung, deine Blähungen und dein Wohlbefinden verändern.[1]
Nach ca. vier bis acht Wochen ist ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Die S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom empfiehlt, die Wirkung eines Probiotikums nach einigen Wochen zu überprüfen und bei ausbleibendem Nutzen ein anderes Präparat zu wählen. Bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust, Fieber, nächtlichen Beschwerden oder anhaltenden starken Schmerzen gehört dein Bauch in ärztliche Hände. Eine Gastroenterologin oder ein Gastroenterologe begleitet dich dann mit der passenden Untersuchung. So verbindest du Selbstfürsorge und medizinische Sicherheit auf eine gute
Weise.[4]
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Fazit
Probiotika sind lebende Helfer, deren Wirkung vom jeweiligen Bakterienstamm abhängt, und jeder Darm reagiert auf seine eigene Weise. Bei Blähungen und einem empfindlichen Bauch zeigen bestimmte Stämme und Kombinationen eine spürbare Linderung, unterstützt von Pfefferminzöl und einer angepassten Ernährung. Eine träge Verdauung kommt mit Bifidobacterium lactis, Flohsamenschalen, Kiwis, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung in Schwung. Während einer Antibiotikabehandlung schützen Probiotika wie Saccharomyces boulardii zuverlässig vor Durchfall. Danach baut sich deine Darmflora mit einer ballaststoffreichen, vielfältigen Ernährung und fermentierten Lebensmitteln ganz natürlich wieder auf.
Dein Darm besitzt eine beeindruckende Fähigkeit, sich zu erneuern und reagiert schon nach wenigen Tagen auf eine veränderte Ernährung. Beginne mit einem kleinen Schritt, z.B. einer Portion Kefir am Morgen oder einer neuen Gemüsesorte pro Woche. Wenn du ein Probiotikum testest, wähle es gezielt nach deinem Anliegen und beobachte in Ruhe, wie dein Körper reagiert. Mit jedem Tag wächst die Vielfalt in deinem Inneren und mit ihr dein Wohlgefühl. So wird die Pflege deines Darms zu einer liebevollen Gewohnheit, die dich von innen heraus stärkt.
Quellen
[1] Hill C, Guarner F, Reid G et al. Expert consensus document – the International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics consensus statement on the scope and appropriate use of the term probiotic. Nature Reviews Gastroenterology and Hepatology 2014, 11(8), 506–514.
[2] Sanders ME, Merenstein DJ, Reid G, Gibson GR, Rastall RA. Probiotics and prebiotics in intestinal health and disease – from biology to the clinic. Nature Reviews Gastroenterology and Hepatology 2019, 16(10), 605–616.
[3] Zmora N, Zilberman-Schapira G, Suez J et al. Personalized gut mucosal colonization resistance to empiric probiotics is associated with unique host and microbiome features. Cell 2018, 174(6), 1388–1405.
[4] Layer P, Andresen V, Allescher H et al. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Zeitschrift für Gastroenterologie 2021, 59(12), 1323–1415.
[5] Ford AC, Harris LA, Lacy BE, Quigley EMM, Moayyedi P. Systematic review with meta analysis – the efficacy of prebiotics, probiotics, synbiotics and antibiotics in irritable bowel syndrome. Alimentary Pharmacology and Therapeutics 2018, 48(10), 1044–1060.
[6] Andresen V, Gschossmann J, Layer P. Heat-inactivated Bifidobacterium bifidum MIMBb75 (SYN-HI-001) in the treatment of irritable bowel syndrome – a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled clinical trial. The Lancet Gastroenterology and Hepatology 2020, 5(7), 658–666.
[7] Halmos EP, Power VA, Shepherd SJ, Gibson PR, Muir JG. A diet low in FODMAPs reduces symptoms of irritable bowel syndrome. Gastroenterology 2014, 146(1), 67–75.
[8] Alammar N, Wang L, Saberi B et al. The impact of peppermint oil on the irritable bowel syndrome – a meta-analysis of the pooled clinical data. BMC Complementary and Alternative Medicine 2019, 19(1), 21.
[9] Dimidi E, Christodoulides S, Fragkos KC, Scott SM, Whelan K. The effect of probiotics on functional constipation in adults – a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. American Journal of Clinical Nutrition 2014, 100(4), 1075 – 1084.
[10] Andresen V, Becker G, Frieling T et al. Aktualisierte S2k-Leitlinie chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Zeitschrift für Gastroenterologie 2022, 60(10), 1528–1572.
[11] van der Schoot A, Drysdale C, Whelan K, Dimidi E. The effect of fiber supplementation on chronic constipation in adults – an updated systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. American Journal of Clinical Nutrition 2022, 116(4), 953 – 969.
[12] Chey SW, Chey WD, Jackson K, Eswaran S. Exploratory comparative effectiveness trial of green kiwifruit, psyllium, or prunes in US patients with chronic constipation. American Journal of Gastroenterology 2021, 116(6), 1304–1312.
[13] Hempel S, Newberry SJ, Maher AR et al. Probiotics for the prevention and treatment of antibiotic-associated diarrhea – a systematic review and meta-analysis. JAMA 2012, 307(18), 1959–1969.
[14] Szajewska H, Kołodziej M. Systematic review with meta-analysis – Saccharomyces boulardii in the prevention of antibiotic-associated diarrhoea. Alimentary Pharmacology and Therapeutics 2015, 42(7), 793–801.
[15] Goldenberg JZ, Yap C, Lytvyn L et al. Probiotics for the prevention of Clostridium difficile-associated diarrhea in adults and children. Cochrane Database of Systematic Reviews 2017, 12, CD006095.
[16] Dethlefsen L, Relman DA. Incomplete recovery and individualized responses of the human distal gut microbiota to repeated antibiotic perturbation. Proceedings of the National Academy of Sciences 2011, 108(Suppl 1), 4554–4561.
[17] Suez J, Zmora N, Zilberman-Schapira G et al. Post-antibiotic gut mucosal microbiome reconstitution is impaired by probiotics and improved by autologous FMT. Cell 2018, 174(6), 1406–1423.
[18] Wastyk HC, Fragiadakis GK, Perelman D et al. Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status. Cell 2021, 184(16), 4137–4153.
[19] Gibson GR, Hutkins R, Sanders ME et al. Expert consensus document – the International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nature Reviews Gastroenterology and Hepatology 2017, 14(8), 491–502.
[20] McDonald D, Hyde E, Debelius JW et al. American Gut – an open platform for citizen science microbiome research. mSystems 2018, 3(3), e00031-18.
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