5G, WLAN und Handystrahlung: Was die Forschung über elektromagnetische Felder sagt

5G, WLAN und Handystrahlung: Was die Forschung über elektromagnetische Felder sagt

5G, WLAN und Mobilfunk erzeugen hochfrequente elektromagnetische Felder. Untersucht wird unter anderem, ob diese Felder Krebs verursachen, Schlaf und Konzentration beeinträchtigen oder mit anderen gesundheitlichen Beschwerden zusammenhängen können. Als gut belegte Wirkung in den hier relevanten Frequenzbereichen gilt die Erwärmung von Körpergewebe. Die geltenden Grenzwerte sind so festgelegt, dass diese Erwärmung deutlich unter gesundheitlich problematischen Bereichen bleibt. Für Krebs oder andere Erkrankungen durch Belastungen unterhalb dieser Grenzwerte gibt es bislang keine überzeugenden Belege. Da sehr viele Menschen diesen elektromagnetischen Feldern dauerhaft ausgesetzt sind, wird die wissenschaftliche Studienlage weiterhin beobachtet.

Was mit elektromagnetischen Feldern gemeint ist

Elektromagnetische Felder entstehen, wenn elektrische Geräte Strom nutzen oder Informationen drahtlos übertragen. Im Alltag wird vor allem zwischen niederfrequenten Feldern, beispielsweise durch das Stromnetz mit 50 Hertz, und hochfrequenten Feldern durch Mobilfunk, WLAN, Bluetooth oder DECT-Telefone unterschieden. Dieser Artikel konzentriert sich auf hochfrequente elektromagnetische Felder und damit auf die Funktechnik, die unter anderem bei Mobiltelefonen, WLAN-Routern und 5G eingesetzt wird.[1][2]

Der Begriff „Strahlung“ wird häufig mit Röntgenstrahlung oder Radioaktivität verbunden. Mobilfunk und WLAN gehören jedoch zur nichtionisierenden Strahlung. Ihre Energie reicht nicht aus, um Elektronen aus Atomen zu lösen und dadurch unmittelbar DNA-Schäden auf die gleiche Weise wie ionisierende Strahlung zu verursachen. Diese Unterscheidung zwischen ionisierender und nichtionisierender Strahlung ist für die Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken entscheidend.[1][2]

5G, WLAN und Handy: Worin unterscheiden sie sich?

Die Mobilfunkstandards 2G, 3G, 4G und 5G unterscheiden sich in ihren Frequenzbereichen und Übertragungsverfahren. Für die gesundheitliche Bewertung ist vor allem entscheidend, wie stark der Körper den jeweiligen elektromagnetischen Feldern tatsächlich ausgesetzt ist. 5G verwendet je nach Netzausbau sowohl Frequenzen, die ähnlich bereits bei älteren Mobilfunkstandards genutzt werden, als auch höhere Frequenzbereiche. In Deutschland kommen bislang überwiegend aus anderen Funkanwendungen bekannte Frequenzen sowie neue Bereiche wie 3,6 Gigahertz zum Einsatz. Sehr hohe 5G-Frequenzen im Millimeterwellenbereich haben im deutschen Alltag bisher eine deutlich geringere Bedeutung.[2][3]

WLAN nutzt meist Frequenzen von 2,4 oder 5 Gigahertz, während Bluetooth für kurze Übertragungsstrecken mit geringer Sendeleistung arbeitet. Bei Mobiltelefonen passt sich die Sendeleistung unter anderem an die Netzqualität, die Entfernung zur Funkzelle und die übertragene Datenmenge an. Dabei kann die Empfangsqualität wichtiger sein als der verwendete Mobilfunkstandard: Bei schwachem Netz erhöht das Smartphone in der Regel seine Sendeleistung, um die Verbindung zur Funkzelle aufrechtzuerhalten.[2][4]

Wie hoch ist die Belastung im Alltag wirklich?

Im Alltag wird die persönliche Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder häufig stärker vom eigenen Mobiltelefon als von einem weiter entfernten Mobilfunkmast bestimmt. Wird das Handy direkt am Ohr verwendet, ist die lokale Exposition am Kopf deutlich höher als durch einen entfernten Sendemast, obwohl dieser mit einer höheren Gesamtleistung senden kann. Entscheidend ist der Abstand zur Quelle, da die Feldstärke mit zunehmender Entfernung deutlich abnimmt.[2][4]

Behördliche Messprogramme zeigen seit Jahren, dass die Belastung durch Mobilfunkbasisstationen und WLAN an öffentlich zugänglichen Orten in der Regel deutlich unter den geltenden Grenzwerten liegt. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz erreichen die gemessenen Werte typischerweise nur einen kleinen Bruchteil der zulässigen Höchstwerte.[2]

Quelle der Exposition Typische Nähe zum Körper Bedeutung im Alltag
Handy am Ohr Direkter Kontakt Hohe lokale Exposition
Handy in der Tasche Sehr nah Relevante körpernahe Exposition
WLAN-Router im Raum Einige Meter Meist deutlich geringer
Mobilfunkmast Große Entfernung Für Einzelpersonen oft gering

Wer beim Telefonieren etwas mehr Abstand zwischen Smartphone und Kopf bringen möchte, kann dafür ganz unkompliziert ein kabelgebundenes Headset verwenden. Das ist vor allem bei längeren Gesprächen eine praktische Möglichkeit, ohne das Nutzungsverhalten grundlegend ändern zu müssen.

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Welche Wirkungen sind gut belegt?

Die Erwärmung von Körpergewebe ist die wichtigste und gut belegte Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Nimmt das Gewebe ausreichend Energie aus diesen Feldern auf, kann seine Temperatur messbar ansteigen. An dieser Wirkung orientieren sich die internationalen sowie die in Deutschland geltenden Grenzwerte. Dabei werden Sicherheitsabstände berücksichtigt, damit auch unter ungünstigen Bedingungen keine gesundheitlich relevante Erwärmung des Körpergewebes entsteht.[1][2][5]

Bei Mobiltelefonen wird die vom Körper aufgenommene Sendeenergie häufig durch die Spezifische Absorptionsrate (SAR) angegeben. Sie beschreibt, wie viel Energie pro Kilogramm Körpergewebe aufgenommen wird. In der Europäischen Union gilt für Mobiltelefone an Kopf oder Rumpf ein Grenzwert von 2 Watt pro Kilogramm. Dabei handelt es sich um einen maximal zulässigen Prüfwert, der unter standardisierten Bedingungen ermittelt wird, und nicht um die tatsächliche Dauerbelastung bei der alltäglichen Nutzung.[2][6]

Gibt es Hinweise auf Krebs?

Was große Bewertungen der Forschung sagen

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte hochfrequente elektromagnetische Felder 2011 als „möglicherweise krebserregend“ ein. Diese Einstufung bedeutet nicht, dass eine krebserregende Wirkung nachgewiesen wurde, sondern dass begrenzte Hinweise vorlagen und die damalige Datenlage weder eine eindeutige Bestätigung noch einen sicheren Ausschluss zuließ. In derselben Kategorie werden unterschiedliche Einflüsse zusammengefasst, deren wissenschaftliche Datenlage unterschiedlich sein kann. Grundlage der damaligen Einstufung waren vor allem Beobachtungsstudien, die mögliche Zusammenhänge zwischen sehr intensiver Handynutzung und seltenen Hirntumoren untersuchten.[7]

Neuere systematische Bewertungen liefern insgesamt keinen überzeugenden Nachweis dafür, dass Mobilfunkstrahlung unterhalb der geltenden Grenzwerte beim Menschen Krebs verursacht. Bei der Bewertung sind mögliche Verzerrungen in Beobachtungsstudien zu berücksichtigen. Erkrankte Personen können sich beispielsweise anders an ihre frühere Handynutzung erinnern als gesunde Vergleichspersonen, wodurch die Ergebnisse beeinflusst werden können. Hinzu kommt, dass sich Mobilfunktechnik und Nutzung über die Jahre deutlich verändert haben, sodass ältere Studiendaten nur eingeschränkt auf die heutige Situation übertragbar sind.[1][2][8]

Was große Humanstudien zeigen

Zu den besonders bekannten Forschungsansätzen gehört die internationale INTERPHONE-Studie, die in mehreren Ländern einen möglichen Zusammenhang zwischen Handynutzung und Hirntumoren untersuchte. Insgesamt zeigte sich kein klares Bild für ein erhöhtes Risiko. In einzelnen Auswertungen fanden sich bei Personen mit sehr hoher berichteter Nutzungsdauer Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang. Die Autoren verwiesen jedoch auf erhebliche Unsicherheiten und mögliche Verzerrungen der Ergebnisse.[9]

Die dänische Kohortenstudie verknüpfte Daten zu Mobilfunkverträgen mit Krebsregisterdaten. Im Vergleich zu Personen ohne registrierten Mobilfunkvertrag zeigte sich kein erhöhtes Risiko für Hirntumoren oder andere Krebsarten. Ein Vorteil dieses Studienansatzes ist, dass die Ergebnisse nicht von der Erinnerung der untersuchten Personen an ihre frühere Handynutzung abhängen. Eine Einschränkung besteht jedoch darin, dass ein registrierter Mobilfunkvertrag nicht genau erkennen lässt, wie häufig oder intensiv eine einzelne Person das Mobiltelefon tatsächlich nutzte.[10]

Auch Krebsregisterdaten auf Bevölkerungsebene zeigen bislang keinen deutlichen Anstieg von Hirntumoren, der mit der starken Verbreitung des Mobilfunks in Zusammenhang stehen könnte. Solche Entwicklungen in der Gesamtbevölkerung können ein mögliches Risiko für einzelne Personen nicht sicher ausschließen. Sie sprechen jedoch gegen einen großen Effekt des Mobilfunks auf das Hirntumorrisiko in der Bevölkerung.[1][2]

Tierstudien: wichtig, aber nicht direkt auf Menschen übertragbar

Häufig werden auch Tierstudien herangezogen, darunter Untersuchungen des US National Toxicology Program und des Ramazzini-Instituts. Solche Studien ermöglichen Untersuchungen unter kontrollierten Bedingungen, ihre Ergebnisse lassen sich jedoch nicht direkt auf den menschlichen Alltag übertragen. Die Versuchstiere waren teilweise über lange Zeiträume und unter Bedingungen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt, die sich deutlich von der üblichen Belastung beim Menschen unterscheiden. Die Ergebnisse können daher Hinweise auf mögliche gesundheitliche Wirkungen liefern, gelten aber nicht als Beweis für ein Gesundheitsrisiko beim Menschen.[1][8]

Beeinflussen 5G, WLAN oder Handys Schlaf, Kopfschmerzen oder Konzentration?

Manche Menschen berichten über Kopfschmerzen, Müdigkeit, innere Unruhe oder Schlafprobleme in der Nähe von Funkquellen. Diese Beschwerden können real und belastend sein. Wissenschaftlich entscheidend ist jedoch die Frage, ob die elektromagnetischen Felder selbst die Beschwerden auslösen. In kontrollierten Provokationsstudien werden Teilnehmende deshalb echten oder nur scheinbar vorhandenen Feldern ausgesetzt, ohne zu wissen, wann tatsächlich ein Feld aktiv ist. Systematische Reviews liefern insgesamt keinen verlässlichen Beleg dafür, dass Menschen elektromagnetische Felder unterhalb der geltenden Grenzwerte wahrnehmen oder dass typische Beschwerden zuverlässig durch diese Felder ausgelöst werden.[1][11]

Einzelne Laborstudien zu Schlaf und Gehirnaktivität zeigen kleine Veränderungen bestimmter Messwerte, beispielsweise im Elektroenzephalogramm (EEG), das die elektrische Aktivität des Gehirns erfasst. Solche Veränderungen sind wissenschaftlich relevant, bedeuten jedoch nicht automatisch, dass dadurch die Gesundheit beeinträchtigt wird. Bislang gibt es keinen konsistenten Nachweis dafür, dass diese Veränderungen im Alltag zu relevanten Beeinträchtigungen des Schlafs, des Denkvermögens oder der Gesundheit führen.[1][8]

Wer das Smartphone nachts ohnehin nicht direkt am Bett haben möchte, kann noch einen Schritt weitergehen und für die Weckfunktion auf einen klassischen Wecker zurückgreifen. So gibt es morgens keinen Grund mehr, das Handy auf dem Nachttisch liegen zu lassen – und nebenbei fällt auch die Versuchung weg, kurz vor dem Einschlafen noch einmal aufs Display zu schauen.

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Sind Kinder besonders gefährdet?

Kinder und Jugendliche stehen bei der Bewertung hochfrequenter elektromagnetischer Felder besonders im Fokus, da sich ihr Körper noch entwickelt und sie bereits früh mit Funktechnik in Kontakt kommen. Nach Einschätzung von Fachbehörden gibt es bislang keinen gesicherten Nachweis dafür, dass hochfrequente Felder unterhalb der geltenden Grenzwerte bei Kindern besondere Gesundheitsschäden verursachen. Gleichzeitig sind Aussagen zu möglichen Langzeitwirkungen begrenzt, da die heutigen Nutzungsgewohnheiten erst seit vergleichsweise wenigen Jahren bestehen. Behörden halten deshalb einen vorsorglichen und vernünftigen Umgang mit unnötiger Exposition für sinnvoll, ohne daraus abzuleiten, dass eine gesundheitliche Gefahr nachgewiesen ist.[2][12]

Was ist speziell zu 5G bekannt?

5G stellt aus gesundheitlicher Sicht nicht grundsätzlich eine völlig neue Form der Funktechnik dar. Viele der verwendeten Frequenzen liegen in Bereichen, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht werden. Bei höheren Frequenzen dringen die elektromagnetischen Wellen weniger tief in den Körper ein und ihre Energie wird stärker von oberflächlichen Gewebeschichten aufgenommen. Als wissenschaftlich gesicherte Hauptwirkung gilt auch hier die Erwärmung von Gewebe. Nach dem bisherigen Kenntnisstand gibt es keinen belastbaren Nachweis dafür, dass 5G bei Belastungen unterhalb der geltenden Grenzwerte besondere neue Gesundheitsgefahren verursacht.[2][3][5]

Neue Funktechnologien können verändern, wie und in welchem Umfang Menschen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind. Deshalb werden die tatsächlichen Belastungen weiterhin durch Messprogramme erfasst und mögliche gesundheitliche Auswirkungen in Forschungsprojekten untersucht. Diese fortlaufende Forschung ist kein Hinweis auf eine bestätigte Gesundheitsgefahr, sondern gehört zur wissenschaftlichen Vorsorge bei Technologien, die von vielen Menschen genutzt werden.[2][3]

Grenzwerte: Was sie leisten und was nicht

Grenzwerte dienen dazu, nach dem heutigen Wissensstand nachgewiesene gesundheitliche Wirkungen zu verhindern. Bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern richten sie sich vor allem danach, eine gesundheitlich relevante Erwärmung des Körpergewebes zu vermeiden. In Deutschland gelten dafür die Vorgaben der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung sowie die zugrunde liegenden Empfehlungen internationaler Fachgremien wie der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP).[2][5]

Grenzwerte können nur gesundheitliche Risiken berücksichtigen, die wissenschaftlich ausreichend untersucht und verstanden sind. Ihre Einhaltung bedeutet daher nicht, dass jeder denkbare Effekt dauerhaft ausgeschlossen werden kann. Nach dem heutigen Wissensstand ist bei einer Belastung unterhalb der geltenden Grenzwerte jedoch nicht mit den nachgewiesenen schädlichen Wirkungen zu rechnen.[2][5]

Was man im Alltag sinnvoll tun kann

Wer seine persönliche Belastung durch elektromagnetische Felder verringern möchte, kann dies mit einfachen Maßnahmen erreichen. Eine solche vorsorgliche Reduzierung der Exposition ist technisch sinnvoll, auch wenn gesundheitliche Schäden bei Belastungen unterhalb der geltenden Grenzwerte bislang nicht überzeugend nachgewiesen sind.[2][4]

  • Beim Telefonieren die Freisprechfunktion oder Kopfhörer nutzen, um das Handy nicht direkt am Kopf halten zu müssen.
  • Für längere Gespräche nach Möglichkeit Nachrichten schreiben, statt lange zu telefonieren.
  • Bei schlechtem Empfang längere Telefonate mit dem Handy direkt am Kopf vermeiden.
  • Das Handy nicht dauerhaft direkt am Körper tragen, wenn dies nicht erforderlich ist.
  • Den WLAN-Router möglichst so aufstellen, dass man sich nicht ständig unmittelbar daneben aufhält.

Auch im Alltag lässt sich etwas mehr Abstand oft ganz nebenbei schaffen – beispielsweise indem das Smartphone auf dem Schreibtisch oder Nachttisch einen festen Platz bekommt, statt direkt am Körper zu liegen. Ein einfacher Smartphone-Ständer kann dabei praktisch sein und erleichtert gleichzeitig die Nutzung der Freisprechfunktion.

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Solche einfachen Maßnahmen können die persönliche Exposition oft stärker verringern als im Internet angebotene Abschirmprodukte. Für viele dieser angeblichen Schutzprodukte fehlen überzeugende Nachweise zur Wirksamkeit. Einige können den Empfang sogar verschlechtern, sodass das Mobiltelefon seine Sendeleistung erhöht, um die schlechtere Verbindung auszugleichen.[2]

Was wissenschaftlich gut belegt ist und was nicht

Wissenschaftlich gut belegt ist, dass hochfrequente elektromagnetische Felder bei ausreichend hoher Stärke Körpergewebe erwärmen können. Zum Schutz vor dieser Wirkung gelten entsprechende Grenzwerte. Die Belastung durch solche Felder liegt im Alltag in der Regel deutlich unter diesen Grenzwerten.[1][2][5]

Bislang gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass 5G, WLAN oder die normale Handynutzung bei Belastungen unterhalb der geltenden Grenzwerte Krebs, Unfruchtbarkeit, chronische Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder andere Erkrankungen verursachen. Einzelne Studien zeigen zwar Hinweise oder Auffälligkeiten, insgesamt ergibt sich daraus jedoch kein konsistentes wissenschaftliches Bild, das eine klare Ursache-Wirkungs-Beziehung belegt.[1][2][8][11]

Weiterhin offen ist, ob bestimmte Nutzungsprofile über Zeiträume von mehreren Jahrzehnten bei einzelnen Personengruppen noch genauer untersucht werden müssen. Aus diesem Grund beobachten Fachbehörden und Forschende die weitere Entwicklung und wissenschaftliche Datenlage fortlaufend.[2][8]

Fazit

Nach dem heutigen Forschungsstand ist die wichtigste gesicherte Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder von 5G, WLAN und Mobiltelefonen die Erwärmung von Körpergewebe bei ausreichend hoher Intensität. Die geltenden Grenzwerte sollen vor dieser Wirkung schützen, wobei die Belastung im Alltag meist deutlich unter diesen Werten liegt. Für Krebs oder andere gesundheitliche Schäden durch Belastungen unterhalb der Grenzwerte gibt es bislang keinen überzeugenden Nachweis. Wer seine persönliche Exposition vorsorglich verringern möchte, kann dies durch einfache Verhaltensänderungen tun, ohne daraus eine nachgewiesene Gesundheitsgefahr abzuleiten.

Quellen

[1] Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks (SCHEER). Preliminary Opinion on potential effects on human health of exposure to electromagnetic fields (EMF). European Commission, 2018.

[2] Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Informationen zu Mobilfunk, 5G, WLAN, SAR und elektromagnetischen Feldern. Themenseiten und Fachinformationen des BfS, abgerufen über das Informationsangebot des Bundesamts für Strahlenschutz.

[3] Federal Office for Radiation Protection / Bundesamt für Strahlenschutz. 5G und Gesundheit: Bewertung des Kenntnisstands zu Frequenzen und Exposition. Fachinformationen des BfS.

[4] Röösli M, et al. Exposure to Radiofrequency Electromagnetic Fields from Wireless Communication Devices and Its Relevance for Health Risk Assessment. Environmental Research. 2019;176:108442. DOI: 10.1016/j.envres.2019.108442

[5] International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP). Guidelines for limiting exposure to electromagnetic fields (100 kHz to 300 GHz). Health Physics. 2020;118(5):483-524. DOI: 10.1097/HP.0000000000001210

[6] Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). SAR-Werte von Mobiltelefonen und Bedeutung der spezifischen Absorptionsrate. Fachinformationen des BfS.

[7] International Agency for Research on Cancer (IARC). IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans. Volume 102: Non-Ionizing Radiation, Part 2: Radiofrequency Electromagnetic Fields. 2013.

[8] Karipidis K, et al. 5G mobile networks and health-a state-of-the-science review of the research into low-level RF fields above 6 GHz. Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology. 2024;34:245-267. DOI: 10.1038/s41370-023-00616-4

[9] INTERPHONE Study Group. Brain tumour risk in relation to mobile telephone use: results of the INTERPHONE international case-control study. International Journal of Epidemiology. 2010;39(3):675-694. DOI: 10.1093/ije/dyq079

[10] Frei P, Poulsen AH, Johansen C, Olsen JH, Steding-Jessen M, Schüz J. Use of mobile phones and risk of brain tumours: update of Danish cohort study. BMJ. 2011;343:d6387. DOI: 10.1136/bmj.d6387

[11] Röösli M. Radiofrequency electromagnetic field exposure and non-specific symptoms of ill health: a systematic review. Environmental Research. 2008;107(2):277-287. DOI: 10.1016/j.envres.2008.02.003

[12] Lagorio S, et al. Exposure to radiofrequency electromagnetic fields and children’s health: A systematic review of epidemiological studies. Environment International. 2021;157:106828. DOI: 10.1016/j.envint.2021.106828


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