Welches Wasser ist gesund? Leitungswasser, Filter, Mineralien und Hydration

Welches Wasser ist gesund? Leitungswasser, Filter, Mineralien und Hydration

Gesundes Wasser muss vor allem sicher, hygienisch und ausreichend verfügbar sein. In Deutschland ist Leitungswasser in der Regel streng kontrolliert und für die meisten Menschen eine gute Wahl. Ob zusätzlich ein Filter sinnvoll ist, hängt nicht von allgemeinen Versprechen ab, sondern davon, welche Stoffe im Wasser tatsächlich vorkommen, in welcher Menge sie vorliegen und ob das gewählte Verfahren diese Stoffe nachweislich reduzieren kann. Auch Mineralwasser ist nicht automatisch gesünder. Es kann mehr Mineralstoffe enthalten als Leitungswasser, muss das aber nicht. Entscheidend für die Gesundheit ist oft weniger die Wassersorte als eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag.

Wie gesund ist Leitungswasser in Deutschland?

Leitungswasser in Deutschland gehört zu den am besten überwachten Lebensmitteln. Die Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte für Keime, Metalle, Nitrat, Pflanzenschutzmittel und viele weitere Stoffe fest. Wasserversorger müssen das Wasser regelmäßig kontrollieren. Die Überwachung betrifft die Qualität bis zum Hausanschluss. Innerhalb des Gebäudes können jedoch alte Leitungen oder Armaturen die Wasserqualität zusätzlich beeinflussen.[1][2]

Wichtig ist, zwischen dem bloßen Nachweis eines Stoffes und seiner gesundheitlichen Bewertung zu unterscheiden. Entscheidend ist zunächst, welcher Stoff nachgewiesen wurde und in welcher Konzentration er vorliegt. Auch die Dauer der Aufnahme und die gesundheitlichen Eigenschaften des jeweiligen Stoffes spielen eine Rolle. Grenz- und Richtwerte dienen dabei als wichtige Orientierung für die Bewertung der Trinkwasserqualität, bedeuten jedoch nicht, dass jeder nachgewiesene Stoff unterhalb dieser Werte automatisch völlig unbedenklich ist.[1][2]

Wo Probleme entstehen können

Die häufigsten Probleme entstehen nicht im Wasserwerk, sondern in der Hausinstallation. Besonders wichtig ist Blei. Alte Bleileitungen können Blei an das Trinkwasser abgeben. Blei kann die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen und ist für Säuglinge, Kinder und Schwangere besonders problematisch. In Deutschland gilt im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,010 Milligramm pro Liter. Bleileitungen sollten ersetzt werden.[1][2]

Auch andere Metalle wie Nickel oder Kupfer können aus Armaturen oder Leitungen ins Wasser übergehen, vor allem wenn Wasser längere Zeit in der Leitung stand. Deshalb kann es sinnvoll sein, Wasser, das über Nacht in der Leitung war, kurz ablaufen zu lassen, bis es kühl aus der Leitung kommt.[1][2]

Mikroverunreinigungen: Arzneimittel, PFAS, Gadolinium und andere Stoffe

In Gewässern und teils auch im Trinkwasser können sehr geringe Mengen unerwünschter Stoffe vorkommen, sogenannte Mikroverunreinigungen. Dazu gehören Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln oder Industriechemikalien. Moderne Messmethoden können heute sehr kleine Mengen nachweisen. Die Messung zeigt, wie viel von einem bestimmten Stoff im Wasser enthalten ist. Ob diese Menge gesundheitlich bedenklich ist, lässt sich jedoch erst beurteilen, wenn bekannt ist, welche Auswirkungen der Stoff in dieser Konzentration auf den menschlichen Körper haben kann.[3][4]

PFAS sind eine große Gruppe künstlich hergestellter Chemikalien, die sich in der Umwelt nur sehr langsam abbauen und deshalb häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden. Einige PFAS können sich zudem im menschlichen Körper anreichern, weshalb ihre Belastung gesundheitlich besonders aufmerksam bewertet wird. In Deutschland gilt seit dem 12. Januar 2026 für die Summe von 20 festgelegten PFAS im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter (100 Nanogramm pro Liter). Ab 2028 kommt für vier besonders relevante PFAS – PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS – ein zusätzlicher, strengerer Summengrenzwert von 0,02 Mikrogramm pro Liter (20 Nanogramm pro Liter) hinzu.[1][5]

Gadolinium ist ein Metall, das unter anderem in Kontrastmitteln für MRT-Untersuchungen eingesetzt wird. Nach einer solchen Untersuchung wird ein Teil des Gadoliniums über den Urin ausgeschieden und gelangt mit dem Abwasser in Kläranlagen. Da es dort nicht vollständig entfernt wird, können Rückstände in Flüsse und Seen gelangen und dort nachgewiesen werden. Solche Funde zeigen daher vor allem, dass Stoffe aus medizinischen Anwendungen in die Umwelt gelangen. Ob die gemessene Menge im Wasser für Menschen gesundheitlich bedenklich ist, muss jedoch gesondert bewertet werden – allein der Nachweis von Gadolinium bedeutet noch nicht, dass eine Gesundheitsgefahr besteht.[4]

Arsen und Chrom kommen teils natürlich im Boden vor, können aber auch aus industriellen Quellen stammen. Für Arsen gilt im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,010 Milligramm pro Liter. Bei Chrom ist für die gesundheitliche Bewertung wichtig, welche Form vorliegt. Nicht jede Form ist gleich problematisch. Solche Stoffe werden im regulären Trinkwasser-Monitoring überwacht.[1][2]

Leitungswasser oder Mineralwasser?

Mineralwasser stammt aus geschützten unterirdischen Quellen und wird direkt am Quellort abgefüllt. Leitungswasser stammt meist aus Grundwasser, Quellwasser oder aufbereitetem Oberflächenwasser und wird über das öffentliche Netz verteilt. Leitungswasser unterliegt einer engmaschigen Kontrolle, insbesondere hinsichtlich seiner hygienischen Qualität. Mineralwasser ist nicht automatisch die bessere Wahl, da sich seine Zusammensetzung je nach Quelle stark unterscheidet und ein höherer Mineralstoffgehalt keineswegs garantiert ist. Auch Mineralwasser kann unerwünschte Stoffe enthalten, weshalb letztlich die konkrete Wasserqualität entscheidend ist – nicht die Frage, ob das Wasser aus der Leitung oder aus der Flasche kommt.[1][6]

Beim Mineralstoffgehalt gibt es große Unterschiede. Manche Mineralwässer enthalten viel Calcium oder Magnesium. Andere nur wenig. Auch Leitungswasser kann regional nennenswerte Mengen dieser Mineralstoffe enthalten. Wer mit Wasser gezielt Calcium oder Magnesium aufnehmen möchte, sollte daher auf die Nährwertangaben oder die Wasseranalyse schauen und nicht nur auf die Produktart.[6][7]

Wasserart Vorteile Mögliche Grenzen
Leitungswasser Streng kontrolliert, günstig, sofort verfügbar Hausleitungen können die Qualität beeinflussen
Mineralwasser Kann viel Calcium oder Magnesium enthalten Nicht automatisch mineralstoffreich oder gesünder

Wie wichtig sind Mineralstoffe im Wasser?

Wasser kann zur Versorgung mit Mineralstoffen beitragen, vor allem mit Calcium und Magnesium. Der Beitrag hängt aber stark von der jeweiligen Wasserquelle ab. Einige Mineralwässer liefern pro Liter mehrere hundert Milligramm Calcium oder über 50 Milligramm Magnesium. Andere Wässer liegen deutlich darunter. Auch Leitungswasser kann je nach Region hart und mineralstoffreich oder weich und mineralstoffarm sein.[6][7]

Für die tägliche Versorgung sind insgesamt meist Lebensmittel wichtiger als Wasser. Trotzdem kann mineralstoffreiches Wasser eine sinnvolle Ergänzung sein, etwa wenn jemand wenig Milchprodukte isst oder bei der Magnesiumzufuhr auf zusätzliche Quellen achten möchte. Umgekehrt ist sehr mineralstoffarmes Wasser nicht automatisch ungesund, wenn die Ernährung insgesamt ausgewogen ist.[6][7]

Wie viel trinken ist gesund?

Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die Gesundheit wichtig, gleichzeitig spielt auch die Qualität des getrunkenen Wassers eine Rolle. Sowohl Leitungs- als auch Mineralwasser können sich je nach Herkunft deutlich in ihrer Mineralstoffzusammensetzung und im Gehalt unerwünschter Stoffe unterscheiden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene als allgemeinen Richtwert etwa 1,5 Liter Getränke pro Tag. Der individuelle Flüssigkeitsbedarf kann jedoch unter anderem durch Hitze, körperliche Aktivität, Ernährung, Alter und Gesundheitszustand höher oder niedriger ausfallen.[8]

Schon ein geringer Flüssigkeitsmangel kann Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden beeinträchtigen. Besonders ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil ihr Durstgefühl nachlassen kann. Bei bestimmten Erkrankungen, etwa Herz- oder Nierenkrankheiten, kann die individuell passende Trinkmenge aber von allgemeinen Richtwerten abweichen.[8]

Wann ist ein Wasserfilter sinnvoll?

Ein Wasserfilter ist dann sinnvoll, wenn ein konkretes Problem vorliegt. Das kann zum Beispiel eine bekannte Belastung mit Blei aus alten Leitungen sein, ein sehr hoher Kalkgehalt aus praktischen Gründen oder der Wunsch, bestimmte Stoffe wie PFAS gezielt zu reduzieren. Ohne solche Gründe bringt ein Filter nicht automatisch einen Gesundheitsvorteil. Schlecht gewartete Geräte können die Wasserhygiene sogar verschlechtern.[2][9]

Wichtig ist immer die Reihenfolge: Erst klären, welcher Stoff tatsächlich im Wasser ist. Dann die gemessene Menge bewerten. Danach prüfen, ob das gewählte Verfahren genau diesen Stoff nachweislich reduziert. Pauschale Aussagen wie „filtert alles“ oder „macht Wasser gesund“ sind wissenschaftlich nicht haltbar.[2][9]

Vergleich der wichtigsten Aufbereitungsverfahren

Verfahren So funktioniert es Kann reduzieren Grenzen
Aktivkohle Bestimmte Stoffe haften an der Oberfläche Chlor, Geruchs- und Geschmacksstoffe, teils PFAS, manche organische Stoffe Nicht für alle Metalle oder Salze geeignet, Wartung wichtig
Umkehrosmose Wasser wird durch sehr feine Membran gedrückt Viele Salze, Metalle, Nitrat, PFAS und weitere Stoffe Entfernt auch Mineralstoffe, braucht Wartung und produziert Abwasser
Ionenaustausch Ionen werden gegen andere Ionen ausgetauscht Vor allem Kalkbildner wie Calcium und Magnesium Nicht für alle Schadstoffe gedacht, Regeneration nötig
Mikro-/Ultrafiltration Membranen halten Partikel und teils Keime zurück Schwebstoffe, manche Bakterien und größere Teilchen Viele gelöste Stoffe gehen durch
UV-Behandlung UV-Licht schädigt Erbmaterial von Keimen Viele Keime Entfernt keine Metalle, Salze oder PFAS
Destillation Wasser verdampft und wird wieder kondensiert Viele gelöste Stoffe und Mineralien bleiben zurück Einige flüchtige Stoffe können mit übergehen, Energiebedarf relativ hoch

Aktivkohlefilter

Aktivkohle hat eine sehr große innere Oberfläche. Bestimmte Stoffe bleiben daran haften. Dieser Vorgang heißt Adsorption. Aktivkohle kann Geruchs- und Geschmacksstoffe, Chlor und verschiedene organische Verbindungen gut reduzieren. Je nach Bauart und Kontaktzeit können auch bestimmte PFAS zurückgehalten werden.[9][10]

Grenzen hat Aktivkohle bei vielen gelösten Salzen und bei manchen Metallen. Außerdem ist die Wartung entscheidend. Wenn Kartuschen zu lange genutzt werden, sinkt die Wirkung. In feuchten Filtern können sich auch Keime vermehren, wenn das System hygienisch ungünstig betrieben wird.[9]

Umkehrosmose

Bei der Umkehrosmose wird Wasser mit Druck durch eine sehr feine Membran gepresst. Viele gelöste Stoffe bleiben dabei zurück. Das Verfahren kann zahlreiche Salze, Nitrat, verschiedene Metalle sowie viele PFAS deutlich reduzieren. Deshalb wird es auch in Regionen mit belastetem Rohwasser eingesetzt.[9][10]

Die Umkehrosmose ermöglicht eine sehr weitgehende Aufbereitung des Wassers und kann neben unerwünschten Stoffen auch einen großen Teil der gelösten Mineralstoffe entfernen. Wer Wert auf einen bestimmten Mineralstoffgehalt legt, kann das aufbereitete Wasser anschließend gezielt remineralisieren. Je nach Anlage entsteht während der Filterung zusätzlich Abwasser, wobei sich moderne Systeme hinsichtlich ihrer Effizienz deutlich unterscheiden können. Eine regelmäßige Wartung und der rechtzeitige Wechsel der Filter sorgen dafür, dass die Anlage dauerhaft zuverlässig arbeitet.[9]

Wasser mit Umkehrosmose aufbereiten
Wer sein Trinkwasser zu Hause mit Umkehrosmose aufbereiten möchte, kann dafür eine entsprechende Umkehrosmoseanlage verwenden. Dabei wird das Wasser durch eine sehr feine Membran geleitet, wodurch viele gelöste Stoffe und unerwünschte Rückstände deutlich reduziert werden können. Je nach Anlage können zusätzliche Filterstufen integriert sein. Regelmäßige Filterwechsel und Wartung tragen dazu bei, die Filterleistung langfristig zu erhalten.

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Ionenaustausch

Ionenaustauscher werden vor allem zur Enthärtung von hartem Wasser eingesetzt. Dabei werden Calcium- und Magnesium-Ionen, die maßgeblich für die Wasserhärte verantwortlich sind, meist gegen Natrium-Ionen ausgetauscht. Dadurch lassen sich Kalkablagerungen in Leitungen, Armaturen und Haushaltsgeräten deutlich reduzieren. Gleichzeitig verändert sich die Mineralstoffzusammensetzung des Wassers. Welche Auswirkungen das auf die Trinkwasserqualität hat, hängt vom verwendeten System, der ursprünglichen Wasserhärte und der Einstellung der Anlage ab.[9]

Ionenaustausch praktisch für zu Hause
Eine einfache Möglichkeit, Ionenaustausch im Alltag zu nutzen, sind Tischwasserfilter mit entsprechenden Filterkartuschen. Die MAXTRA PRO Filterkartuschen von BRITA kombinieren Ionenaustauscher-Perlen mit Aktivkohle. Der Ionenaustauscher reduziert unter anderem die Wasserhärte sowie Metalle wie Blei und Kupfer, während die Aktivkohle beispielsweise geschmacks- und geruchsbeeinflussende Stoffe wie Chlor reduziert.

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Mikrofiltration, Ultrafiltration und UV

Mikro- und Ultrafiltration arbeiten mit Membranen, deren Poren kleine Teilchen zurückhalten. Sie eignen sich vor allem für Schwebstoffe und je nach Porengröße auch für manche Keime. Viele gelöste Stoffe wie Nitrat, gelöste Metalle oder PFAS gehen jedoch durch diese Membranen hindurch.[9]

UV-Behandlung wirkt anders. UV-Licht kann Keime inaktivieren, indem es ihr Erbmaterial schädigt. Es ist deshalb eine Methode zur Keimkontrolle. Chemische Stoffe, Metalle oder Mineralstoffe werden dadurch aber nicht aus dem Wasser entfernt.[9]

Mikrofiltration für unterwegs
Ein praktisches Beispiel für Mikrofiltration ist der Sawyer MINI. Der kompakte Outdoor-Wasserfilter arbeitet mit einer 0,1-µm-Hohlfasermembran und ist insbesondere für Reisen, Wandern, Camping und die Notfallvorsorge konzipiert. Laut Hersteller filtert das System unter anderem Bakterien, Protozoen und Mikroplastik aus dem Wasser.

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Ultrafiltration für zu Hause
Für die Wasseraufbereitung unter der Küchenspüle gibt es kompakte Ultrafiltrationssysteme. Der Waterdrop 10UA-UF arbeitet mit einer 0,01-µm-Ultrafiltrationsmembran und kombiniert diese mit weiteren Filterstufen. Dadurch können unter anderem sehr feine Verunreinigungen und Mikroorganismen reduziert werden.

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UV-C als zusätzliche Aufbereitungsstufe
UV-C-Systeme verfolgen einen anderen Ansatz als Membranfilter: Das Wasser wird mit UV-C-Licht behandelt, um Mikroorganismen zu inaktivieren. Für eine solche zusätzliche Aufbereitungsstufe gibt es kompakte Systeme mit Edelstahlkammer, beispielsweise den Toplionace 12W UV-Wassersterilisator.

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Destillation

Bei einem Wasserdestilliergerät wird Wasser erhitzt, bis es verdampft. Der Wasserdampf wird anschließend abgekühlt und wieder zu flüssigem Wasser. Viele Stoffe, die nicht zusammen mit dem Wasser verdampfen, bleiben im Gerät zurück. Dazu gehören zahlreiche gelöste Salze, viele Metalle und ein großer Teil der Mineralstoffe.[9][11]

Destillation zählt zu den gründlichsten Verfahren zur Wasseraufbereitung. Beim Verdampfen bleiben viele gelöste Stoffe wie Mineralien, Salze und Schwermetalle zurück, sodass nach der Kondensation sehr reines Wasser entsteht. Einige leicht flüchtige Verbindungen können jedoch mit dem Wasserdampf übergehen. Hochwertige Geräte kombinieren die Destillation deshalb häufig mit einer zusätzlichen Filterstufe, etwa einem Aktivkohlefilter.[9][11]

Destilliertes Wasser enthält deutlich weniger gelöste Mineralstoffe als übliches Leitungs- oder Mineralwasser. Ob das im Alltag ein Vor- oder Nachteil ist, hängt vom Ausgangswasser und von der gesamten Ernährung ab. Wenn das Leitungswasser einwandfrei ist, macht Destilliertes Wasser enthält nur sehr geringe Mengen gelöster Mineralstoffe und kann gleichzeitig viele unerwünschte Stoffe deutlich reduzieren. Dadurch kann die Destillation besonders dann sinnvoll sein, wenn eine möglichst weitgehende Reinigung des Wassers gewünscht ist. Die Mineralstoffversorgung erfolgt überwiegend über die Ernährung und hängt daher nicht allein vom Trinkwasser ab.[9][11]

Für den Betrieb benötigt ein Wasserdestillierer Energie und regelmäßige Reinigung, da die aus dem Wasser entfernten Stoffe und Mineralien als Rückstände im Gerät verbleiben.[11]

Wasser zu Hause destillieren
Wer Wasser selbst zu Hause destillieren möchte, kann dafür einen elektrischen Wasserdestillierer verwenden. Das Wasser wird erhitzt, der entstehende Wasserdampf aufgefangen und anschließend wieder zu flüssigem Wasser kondensiert. Viele nichtflüchtige gelöste Stoffe bleiben dabei im Gerät zurück.

Für das von uns vorgestellte Destilliergerät sind außerdem passende Aktivkohlefilter erhältlich. Sie können als zusätzliche Filterstufe eingesetzt werden, um bestimmte Stoffe zu reduzieren, die während der Destillation mit dem Wasserdampf übergehen können.

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Was bedeutet das für Verbraucher konkret?

Wer wissen möchte, ob das eigene Trinkwasser problematisch ist, sollte zuerst die Wasseranalyse des örtlichen Versorgers prüfen. Bei Verdacht auf Belastungen aus dem Haus, etwa durch alte Bleileitungen, ist eine zusätzliche Probe an der Zapfstelle sinnvoll. Erst solche Daten zeigen, ob wirklich ein Problem besteht.[1][2]

Für die Auswahl eines Filters sind vier Fragen entscheidend: Welcher Stoff ist vorhanden? Wie viel davon wurde gemessen? Ist diese Menge gesundheitlich relevant? Und kann das gewählte Verfahren genau diesen Stoff nachweislich reduzieren? Ohne diese vier Punkte lässt sich die gesundheitliche Bedeutung eines Wasserfilters nicht seriös beurteilen.[2][9]

Wer vor allem Wert auf Mineralstoffe legt, sollte die Zusammensetzung des Wassers vergleichen. Wer unerwünschte Stoffe verringern möchte, braucht dagegen ein gezielt passendes Verfahren. Eine einzelne Methode ist nicht für jeden Zweck die beste.[6][7][9]

Fazit

Für die meisten Menschen ist deutsches Leitungswasser eine sichere und gesunde Wahl. Mineralwasser kann mehr Mineralstoffe liefern, ist aber nicht automatisch besser. Ob ein Filter sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Stoffe tatsächlich im Wasser sind und welches Verfahren diese Stoffe zuverlässig verringern kann. Aktivkohle, Umkehrosmose, UV, Ionenaustausch und Destillation haben unterschiedliche Stärken und Grenzen. Für die Gesundheit zählt außerdem, über den Tag ausreichend zu trinken.

Quellen

[1] Umweltbundesamt. Trinkwasser. Informationen zu Qualität, Grenzwerten und gesundheitlichen Anforderungen in Deutschland. Verfügbar über das Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser

[2] Bundesministerium der Justiz. Trinkwasserverordnung in der jeweils geltenden Fassung. Gesetzliche Anforderungen an Trinkwasser, Grenzwerte und Pflichten von Betreibern. Verfügbar über gesetze-im-internet.de: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/

[3] aus dem Siepen M, Putschew A, Sacher F. Gadolinium in drinking water from sources to tap water used in the City of Berlin, Germany. Acta Hydrochimica et Hydrobiologica. 2016;44(1):24-29. DOI: 10.1002/aheh.201400748

[4] Ternes TA. Occurrence of drugs in German sewage treatment plants and rivers. Water Research. 1998;32(11):3245-3260. DOI: 10.1016/S0043-1354(98)00099-2

[5] European Union. Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Amtsblatt der Europäischen Union. 2020. EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2020/2184/oj

[6] Bundesinstitut für Risikobewertung. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Mineralwasser. Informationen zu Eigenschaften, rechtlicher Einordnung und Zusammensetzung. Verfügbar über das BfR: https://www.bfr.bund.de/

[7] Bundesinstitut für Risikobewertung. Fragen und Antworten zur Härte von Trinkwasser und zur Mineralstoffaufnahme über Wasser. Verfügbar über das BfR: https://www.bfr.bund.de/

[8] Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Trinken und Flüssigkeitszufuhr. Referenzwerte und praktische Empfehlungen für Erwachsene. Verfügbar über die DGE: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/trinken/

[9] Umweltbundesamt. Wasserfilter im Haushalt. Hinweise zu Nutzen, Grenzen, Hygiene und Wartung von Filtersystemen. Verfügbar über das Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/

[10] Rahman MF, Peldszus S, Anderson WB. Behaviour and fate of perfluoroalkyl and polyfluoroalkyl substances (PFASs) in drinking water treatment: A review. Water Research. 2014;50:318-340. DOI: 10.1016/j.watres.2013.10.045

[11] Centers for Disease Control and Prevention. A Guide to Drinking Water Treatment Technologies for Household Use. Überblick zu Destillation, Aktivkohle, Umkehrosmose, UV und weiteren Verfahren. Verfügbar über die CDC: https://www.cdc.gov/healthywater/drinking/home-water-treatment/household_water_treatment.html


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