Welches Wasser ist gesund? Leitungswasser, Filter, Mineralien und Hydration

Welches Wasser ist gesund? Leitungswasser, Filter, Mineralien und Hydration

Wasser ist das Lebensmittel, das du jeden Tag in der größten Menge zu dir nimmst. In Deutschland kommt es für die meisten Menschen aus dem Hahn, streng kontrolliert und für einen Bruchteil des Preises von Flaschenwasser. Trotzdem wächst die Unsicherheit. Meldungen über PFAS im Regen, Nitrat im Grundwasser und Mikroplastik im Glas lassen viele zweifeln, ob ihr Leitungswasser so rein ist, wie es aussieht.

Die Antwort liegt oft auf den letzten Metern. Das Wasserwerk liefert in aller Regel einwandfreies Wasser, doch auf dem Weg durch alte Leitungen, Hausinstallationen und Armaturen nimmt es Stoffe auf, die am Werk niemand misst. Bleirohre in Altbauten, Wasser, das über Nacht in der Leitung steht, und feinste Kunststoffteilchen spielen dabei eine Rolle. Gleichzeitig verspricht ein wachsender Markt an Kannenfiltern, Osmoseanlagen und Destilliergeräten Abhilfe, und nicht jedes Gerät hält, was es verspricht.

In diesem Artikel erfährst du, wie gut Leitungswasser in Deutschland kontrolliert wird und was Landwirtschaft und Regen ins Grundwasser tragen. Danach geht es um den Weg vom Wasserwerk bis zu deinem Hahn, um Blei, stehendes Wasser und Mikroplastik. Du liest, was Aktivkohle, Ionenaustausch, Ultrafiltration, UV-Licht, Umkehrosmose und Destillation tatsächlich leisten und wo ihre Grenzen liegen. Anschließend schauen wir auf Calcium und Magnesium im Wasser und auf den Vergleich mit Mineralwasser aus der Flasche. Zum Schluss geht es darum, wie viel Flüssigkeit dein Körper braucht und was schon ein kleiner Mangel bewirkt.

Leitungswasser aus dem Wasserwerk

Wie streng Trinkwasser kontrolliert wird

Der gemeinsame Bericht von Bundesgesundheitsministerium und Umweltbundesamt für die Jahre 2020 bis 2022 erfasst 2.507 große Versorgungsgebiete, aus denen ca. 74,1 Mio. Menschen ihr Wasser beziehen. In mehr als 99% der Proben hielt das Wasser die Grenzwerte für nahezu alle mikrobiologischen und chemischen Parameter ein. Coliforme Bakterien, ein Warnzeichen für Verunreinigungen, fanden sich 2022 in 1,1% der Proben, und bei der Nachkontrolle bestätigte sich der Befund oft nicht. Überschreitungen bei Blei, Nickel und Cadmium traten v.a. am Wasserhahn der Verbraucher auf und gingen auf alte Bleirohre oder ungeeignete Armaturen im Haus zurück. Das Wasser verlässt das Werk also in sehr guter Qualität, und die meisten Probleme entstehen erst im Gebäude.[1]

Seit dem 24. Juni 2023 gilt in Deutschland eine neue Trinkwasserverordnung. Sie verpflichtet die Versorger, Risiken entlang der gesamten Kette zu erkennen, von der Gewinnung über Aufbereitung und Speicherung bis zum Wasserhahn. Seit dem 12. Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 0,1 µg/l für 20 PFAS, ab 2028 kommt ein strengerer Wert von 0,02 µg/l für die vier besonders kritischen Vertreter PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS hinzu. Neu überwacht werden außerdem Bisphenol A, Chlorat und das Algengift Microcystin, und die Grenzwerte für Blei, Arsen und Chrom sinken schrittweise. Die Anforderungen an dein Trinkwasser steigen damit noch einmal deutlich.[2]

Was Felder und Regen ins Grundwasser tragen

Grundwasser ist in Deutschland die wichtigste Quelle für Trinkwasser, und genau hier zeigt sich, was über Jahrzehnte auf den Feldern landet. Laut Umweltbundesamt liegt der Nitratgehalt seit 2008 an ca. jeder sechsten Messstelle über dem Schwellenwert von 50 mg/l, Jahr für Jahr zwischen 15% und 19%. Hauptursache ist Dünger, der nicht passend zu Boden und Pflanze ausgebracht wird, sodass überschüssiger Stickstoff als Nitrat in die Tiefe sickert. Eine Trendwende zeigt die Zeitreihe bis 2024 nicht. Wer Wasser aus einem eigenen Brunnen trinkt, lässt es deshalb regelmäßig auf Nitrat untersuchen.[3]

Ein Team um Ian Cousins wertete Messungen aus aller Welt zu PFAS aus, den sogenannten Ewigkeitschemikalien, die in der Natur praktisch nicht abgebaut werden. PFOA und PFOS lagen im Regenwasser häufig weit über den Gesundheitsrichtwerten der US Umweltbehörde für Trinkwasser, die Summe aus vier PFAS oft über den dänischen Trinkwassergrenzwerten. Selbst in der Antarktis und auf dem tibetischen Hochplateau überschritt der Regen die strengsten Richtwerte. Über den Niederschlag gelangen diese Stoffe in Böden, Flüsse und Grundwasser, und Böden weltweit enthalten inzwischen Mengen über vorgeschlagenen niederländischen Richtwerten.[4]

Ein weiterer Stoff aus dieser Gruppe ist Trifluoressigsäure, kurz TFA, ein sehr kleines und bewegliches Abbauprodukt vieler fluorierter Verbindungen. Freeling und Kollegen sammelten zwischen Februar 2018 und Januar 2019 an acht Orten in Deutschland 1.187
Regenproben. Der Median lag bei 0,21 µg/l, und hochgerechnet gehen so jedes Jahr ca. 68 t TFA mit dem Regen auf Deutschland nieder. Im Sommer stieg der Eintrag, weil in der Luft dann mehr reaktive Moleküle entstehen, die Vorläuferstoffe schneller zu TFA umwandeln. Niederschlag ist laut den Forschenden der wichtigste diffuse Eintragsweg von TFA in die Umwelt an Land.[5]

Möchtest du dein Trinkwasser ohne chemische Zusätze von Bakterien und anderen Mikroorganismen befreien? Der Toplionace 12W UV-Wassersterilisator* nutzt UV-C-Licht, um Mikroorganismen im durchfließenden Wasser zu inaktivieren. Das Verfahren kommt ohne Desinfektionschemikalien aus und verändert weder den Geschmack noch den Mineralstoffgehalt des Wassers. Ich empfehle dir, diese Anlage näher anzusehen, wenn du beispielsweise Brunnenwasser nutzt und eine zusätzliche Entkeimungsstufe suchst. Entscheidend für eine zuverlässige Wirkung sind eine ausreichende UV-Dosis, klares Wasser und ein zur Durchflussmenge passender Betrieb.

Der Weg bis zu deinem Wasserhahn

Bleirohre und stehendes Wasser

Blei stammt im Trinkwasser fast immer aus alten Rohren im Haus. Die Trinkwasserverordnung von 2023 schreibt deshalb vor, dass Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt sein müssen. Der Grund ist einfach, denn der Grenzwert von 10 µg/l lässt sich mit Wasser, das durch Bleirohre fließt, in der Regel nicht einhalten. Betroffen sind v.a. Altbauten, in denen noch Leitungsstücke aus früheren Jahrzehnten stecken. Wohnst du in einem alten Haus, lohnt sich eine Nachfrage bei Vermieter oder Hausverwaltung und im Zweifel ein Labortest.[2]

Wie stark stehendes Wasser den Bleigehalt beeinflusst, zeigt eine Untersuchung aus dem Jahr 2001 in Niedersachsen. Mütter von Neugeborenen ließen ihr Leitungswasser kostenlos prüfen, insgesamt kamen 1.485 Haushalte zusammen. In Wasser, das über Nacht in der Leitung gestanden hatte, lag der Bleigehalt bei 3,1% der Proben über 10 µg/l, in Proben im Laufe des Tages bei 2,1%. Der höchste Wert erreichte 150 µg/l, also das 15-Fache des heutigen Grenzwerts. Morgens lässt du das Wasser deshalb laufen, bis es spürbar kühl aus der Leitung kommt, und gießt mit dem ersten Schwall deine Blumen.[6]

Warum schon kleine Mengen zählen, zeigt eine Auswertung von Bruce Lanphear mit Daten von 1.333 Kindern aus sieben Langzeitstudien. Stieg der Bleiwert im Blut von 2,4 auf 10 µg/dl, sank der Intelligenzquotient im Schnitt um 3,9 Punkte. Zwischen 10 und 20 µg/dl kamen nur noch 1,9 Punkte hinzu, zwischen 20 und 30 µg/dl weitere 1,1 Punkte. Der stärkste Effekt zeigte sich also im niedrigen Bereich, und eine Schwelle, unterhalb der Blei unbedenklich ist, fanden die Forschenden nicht. Für Schwangere und für Babynahrung, die mit Leitungswasser angerührt wird, zählt bleifreies Wasser deshalb ganz besonders.[7]

Mikroplastik im Leitungswasser

Mary Kosuth und ihr Team untersuchten 159 Leitungswasserproben aus verschiedenen Ländern auf menschengemachte Partikel. In 81% der Proben wurden sie fündig, im Schnitt mit 5,45 Partikeln pro Liter. Bei 98,3% handelte es sich um Fasern. Zusammen mit Bier und Meersalz nimmt ein Mensch laut Hochrechnung so ca. 5.800 Partikel pro Jahr auf, den größten Teil davon über Leitungswasser. Welche Folgen diese Mengen für die Gesundheit haben, ist bislang offen.[8]

Ein Team um Zimin Yu zeigte 2024, dass Abkochen einen großen Teil dieser Teilchen entfernt. Beim Erhitzen fällt Kalk aus, und die Kalkkristalle schließen Nano- und Mikroplastik ein. In hartem Wasser mit 300 mg Calciumcarbonat pro Liter, ca. 17 °dH, wurden so ca. 90% der Partikel gebunden, bei 80 mg/l, ca. 4,5 °dH, noch ca. 34% und in weichem Wasser ca. ein Viertel. Ein feines Edelstahlsieb, wie du es vom Tee kennst, hält die Kalkflocken anschließend zurück. Je härter dein Wasser, desto besser funktioniert diese einfache Methode.[9]

Möchtest du dein Leitungswasser direkt am Wasserhahn filtern, ohne ständig eine Filterkanne nachzufüllen? Der Frizzlife SW20 Untertischfilter* nutzt eine Aktivkohle-basierte Filtration, um Chlor, unangenehme Gerüche und bestimmte Schadstoffe wie Blei im Wasser zu reduzieren. Das System wird platzsparend unter der Spüle installiert und filtert dein Wasser direkt bei der Entnahme. Ich empfehle dir den Frizzlife SW20, weil er die Wasserfiltration im Alltag vereinfacht, ohne die natürlichen Mineralstoffe wesentlich zu verändern.

Wasserfilter im Vergleich

Aktivkohle in Kanne und Kartusche

Herkert und Kollegen testeten in US-Haushalten 76 Filter für den direkten Gebrauch und 13 Anlagen für das ganze Haus auf ihre Wirkung gegen PFAS. Kannen-, Kühlschrank- und Wasserhahnfilter mit Aktivkohle entfernten im Schnitt 73% der Stoffe, mit enormen Unterschieden von vollständig bis gar nicht. Marke, Alter der Kartusche oder Ausgangsbelastung erklärten diese Spanne nicht. Bei vier von sechs Aktivkohleanlagen für das ganze Haus stiegen die PFAS-Werte nach der Filterung sogar an. Aktivkohle wirkt also, ihre Leistung schwankt aber stark von Gerät zu Gerät.[10]

Franz Daschner prüfte Kannenfilter einer bekannten Marke im Alltag und im Labor. In 24 von 34 Haushaltsfiltern stieg die Keimzahl im gefilterten Wasser auf bis zu 6.000 koloniebildende Einheiten pro Milliliter, teils das 10.000-Fache des Leitungswassers. Im Labor enthielt das Filtrat bei vier von sechs Filtern schon nach ca. einer Woche mehr Bakterien als das Ausgangswasser, im Kühlschrank ebenso wie bei Zimmertemperatur. Selbst bei 5 von 13 neuen Filtern war das Material mit Bakterien oder Schimmel belastet. Für Kannenfilter gilt deshalb, die Kartusche pünktlich zu wechseln, die Kanne regelmäßig heiß zu reinigen und gefiltertes Wasser zügig zu trinken.[11]

Umkehrosmose und Destillation

Am wirksamsten gegen PFAS waren in derselben Untersuchung die Umkehrosmoseanlagen unter der Spüle. Sie und zweistufige Filtersysteme senkten die Belastung um mind. 94%, und die getesteten Untertischanlagen entfernten die gemessenen PFAS nahezu vollständig. Bei der Umkehrosmose presst der Leitungsdruck das Wasser durch eine Membran mit winzigen Poren, die gelöste Stoffe zurückhält. Anlagen für das ganze Haus entfernen außerdem das Desinfektionsmittel aus dem Stadtwasser, wodurch sich Bakterien in den Hausleitungen leichter vermehren. Ein Grund mehr, nur das Trinkwasser direkt an der Küchenspüle zu filtern.[10]

Bei der Destillation wird Wasser verdampft und der Dampf wieder abgekühlt, gelöste Stoffe bleiben im Kessel zurück. Dvorak und Skipton beschreiben, dass das Verfahren bis zu 99,5% der Verunreinigungen entfernt, darunter Nitrat, Blei, Natrium, Calcium und Magnesium, und dass das Kochen Bakterien unschädlich macht. Flüchtige Stoffe wie Benzol verdampfen dagegen mit, ein Aktivkohleeinsatz oder das Verwerfen des ersten halben Liters schafft hier Abhilfe. Ein Gerät mit 1.100 Watt braucht ca. 3 Stunden für knapp 4 l, also ca. 0,9 kWh pro Liter. Steht das Gerät länger ungenutzt, gelangen über den Auslass wieder Keime hinein, und regelmäßiges Reinigen gehört deshalb dazu.[12]

Umkehrosmose und Destillation liefern beide nahezu mineralfreies Wasser. Kozisek zeigt, dass die EU-Trinkwasserrichtlinie keine Werte für Calcium, Magnesium oder Wasserhärte festlegt, 12 Mitgliedsstaaten dies aber per Gesetz und 7 über technische Leitlinien regeln, teils mit Mindestwerten. Verfahren, die Wasser entsalzen, verändern laut dem Autor seine natürliche Mineralzusammensetzung, und die bestehenden Regeln tragen dem bislang zu wenig Rechnung. Viele Osmoseanlagen besitzen deshalb eine nachgeschaltete Mineralisierungsstufe, die Calcium und Magnesium wieder zusetzt. Destilliertes Wasser ergänzt du über eine mineralstoffreiche Ernährung oder mischst es mit Mineralwasser.[13]

Ionenaustausch, Ultrafiltration und UV-Licht

Viele Kannenfilter kombinieren Aktivkohle mit einem Ionenaustauscherharz, das Calcium und Magnesium gegen andere Ionen tauscht und so Kalk bindet. Kwiatkowski und Kollegen maßen, was davon im Glas ankommt. Neue Filter entfernten in den ersten 20 l ca. 50–90% des Calciums, Standardfilter anfangs 80–90% des Magnesiums, während Natrium um 130–300% und Kalium um 50–320% anstiegen. Nach ca. 70 l ließ die Wirkung deutlich nach. Filter mit Magnesiumzusatz reicherten das Wasser nur leicht an, deutlich unter den Herstellerangaben, und Ionenaustausch eignet sich damit v.a. gegen Kalk in Kaffee und Tee.[14]

Bei der Ultrafiltration fließt Wasser durch Hohlfasermembranen mit Poren im Nanometerbereich, die Schwebstoffe, Bakterien und feinste Partikel zurückhalten, gelöste Stoffe wie Nitrat oder PFAS aber passieren lassen. Jacquet und Kollegen prüften, wie gut eine solche Membran Viren zurückhält. Bei hohen Viruskonzentrationen lag die Rückhaltung bei bis zu 99,9% und für Adenoviren bei ca. 99,97%, bei den niedrigen Mengen, wie sie in echtem Rohwasser vorkommen, nur bei ca. 90%. Laborwerte überschätzen die Leistung laut den Forschenden deshalb leicht. Ultrafiltration ergänzt Aktivkohle damit ideal, ersetzt aber keine Desinfektion.[15]

UV-Anlagen bestrahlen das Wasser mit ultraviolettem Licht, das das Erbgut von Keimen zerstört, ohne dem Wasser etwas zuzusetzen. Hijnen und Kollegen werteten die Studien zur Wirkung aus und fanden UV-Licht gegen alle wasserbürtigen Krankheitserreger wirksam. Bakterien sowie die Parasiten Giardia und Cryptosporidium reagierten besonders empfindlich, für eine Verringerung um 99,9% reichte eine Dosis unter 20 mJ/cm², Adenoviren und Bakteriensporen erwiesen sich als deutlich widerstandsfähiger. Blei, Nitrat oder Kalk entfernt UV-Licht dagegen nicht. Deshalb arbeitet es meist hinter einem Partikel- oder Aktivkohlefilter, v.a. bei Brunnenwasser.[16]

Möchtest du dein Trinkwasser selbst aufbereiten und dabei Kalk, Schwermetalle und andere Rückstände weitgehend entfernen? Ein Wasserdestilliergerät aus Edelstahl* erhitzt Leitungswasser zu Dampf und sammelt das kondensierte Wasser in einem Glasbehälter. Mineralien und viele Schadstoffe bleiben im Kessel zurück. Ich empfehle dir ein Modell mit Aktivkohlefilter für flüchtige Stoffe und automatischer Abschaltung. So erhältst du mineralarmes Wasser für Tee, Kaffee und den täglichen Gebrauch. Beachte dabei den höheren Stromverbrauch.

Mineralien im Wasser

Magnesium und Calcium aus dem Glas

Catling und Kollegen werteten 14 Beobachtungsstudien zum Zusammenhang zwischen Wasserhärte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Wer Wasser mit mehr Magnesium trank, hatte in den Fall-Kontroll-Studien ein um ca. 25% geringeres Risiko, an einer Herz Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Für Calcium zeigten nur zwei Studien einen deutlichen Effekt, und die Ergebnisse waren zu unterschiedlich für eine gemeinsame Auswertung. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Hartes, magnesiumreiches Wasser ist damit ein wertvoller Baustein deiner Versorgung.[17]

Ob der Körper Calcium aus Wasser genauso gut nutzt wie aus Milchprodukten, prüfte eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2000 anhand von vier Studien. Das Calcium aus calciumreichen Mineralwässern wurde mind. ebenso gut aufgenommen wie aus Milchprodukten, in der gemeinsamen Auswertung sogar etwas besser. Die Autoren sehen calciumreiches Wasser deshalb als nützliche Quelle, um den Tagesbedarf leichter zu erreichen. Calcium wird für die Erhaltung normaler Knochen und Zähne benötigt. Ein Mineralwasser mit mehr als 150 mg Calcium pro Liter trägt so spürbar zu deiner Tagesmenge bei.[18]

Mineralwasser aus der Flasche

Mineralwasser gilt vielen als die reinere Wahl. Schymanski und Kollegen untersuchten Wasser aus 22 Plastikflaschen, 3 Getränkekartons und 9 Glasflaschen aus deutschen
Supermärkten auf Mikroplastik. Wasser aus Mehrweg-Plastikflaschen enthielt im Schnitt
118 Partikel pro Liter, meist aus PET wie die Flasche selbst, Einwegflaschen 14 und Kartons 11. Auch Glasflaschen lagen mit durchschnittlich 50 Partikeln pro Liter auffallend hoch, vermutlich durch Schmiermittel an den Verschlüssen. Fast 80% der Teilchen waren nur 5 bis 20 µm klein.[19]

Martin Wagner und Jörg Oehlmann gingen der Frage nach, ob Mineralwasser hormonähnlich wirksame Stoffe enthält. In 60% der Proben fanden sie eine östrogene Aktivität. Schnecken, die in PET-Flaschen gehalten wurden, vermehrten sich stärker, ein Hinweis darauf, dass Stoffe aus dem Kunststoff ins Wasser übergehen. Leitungswasser kommt ganz ohne Verpackung aus und fließt frisch aus der Leitung in dein Glas. Bevorzugst du Mineralwasser, greifst du am besten zu Glasflaschen und lagerst sie kühl und dunkel.[20]

Möchtest du dein Trinkwasser gründlich filtern und anschließend wieder mit Mineralien anreichern? Die Waterdrop C1SL Alkalische Mineral-Osmoseanlage* kombiniert eine siebenstufige Umkehrosmosefiltration mit einer Mineralisierungsstufe. Laut Hersteller reduziert sie unter anderem PFAS, Blei, Chlor und gelöste Rückstände. Anschließend werden Mineralien wie Calcium und Magnesium zugesetzt. Ich empfehle dir dieses Modell, weil es ohne feste Installation auf der Küchenarbeitsplatte funktioniert, einen herausnehmbaren Wasserbehälter besitzt und mit einem Reinwasser-Abwasser-Verhältnis von 3:1 sparsam arbeitet.

Richtig trinken

Wie viel Flüssigkeit dein Körper braucht

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält für Frauen eine Gesamtwasserzufuhr von 2,0 l und für Männer von 2,5 l pro Tag für angemessen. Darin enthalten ist das Wasser aus Lebensmitteln, das ca. 20% der Menge ausmacht, der Rest stammt aus Getränken. Bei Hitze und körperlicher Anstrengung steigt der Bedarf deutlich. Wasser trägt zur Erhaltung normaler körperlicher und kognitiver Funktionen sowie zur normalen Regulierung der Körpertemperatur bei, wenn du täglich mind. 2 l aus allen Quellen aufnimmst. Ein Glas zu jeder Mahlzeit und eins zwischendurch bringen dich dem Ziel schon nah.[21]

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Erwachsenen, ca. 1,5 l pro Tag zu trinken, am besten Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Den Rest liefern Gemüse, Obst, Suppen und andere wasserreiche Lebensmittel. Ältere Menschen trinken häufig zu wenig, weil das Durstgefühl mit den Jahren nachlässt. Bei Hitze und körperlicher Arbeit erhöht sich die Menge. Eine Karaffe auf dem Tisch oder eine Flasche am Arbeitsplatz erinnert dich ganz nebenbei.[22]

Was ausreichend Trinken bewirkt

Lawrence Armstrong untersuchte, wie sich schon ein leichter Flüssigkeitsmangel auf das Befinden auswirkt. 25 junge Frauen verloren durch Bewegung ca. 1,36% ihres Körpergewichts an Wasser. Ihre Stimmung verschlechterte sich, sie fühlten sich müder und weniger tatkräftig, berichteten über eine schlechtere Konzentration und hatten häufiger Kopfschmerzen. Die meisten Denkleistungen blieben dagegen unverändert. Regelmäßiges Trinken über den Tag hält dich so wacher und ausgeglichener.[23]

Wie stark eine hohe Trinkmenge vor Nierensteinen schützt, zeigte Loris Borghi in einer fünfjährigen Studie mit 199 Menschen nach ihrem ersten Calciumstein. Eine Gruppe trank so viel, dass sie mind. 2 l Urin pro Tag ausschied, die andere behielt ihre Gewohnheiten bei. Nach fünf Jahren hatten in der Trinkgruppe 12% einen neuen Stein, in der Vergleichsgruppe 27%. Trat doch ein Stein auf, dauerte es im Schnitt 39 statt 25 Monate. Für Menschen mit Nierensteinen ist eine hohe Trinkmenge damit die einfachste Vorbeugung.[24]

Möchtest du dein Leitungswasser frisch genießen und gleichzeitig Kalkablagerungen im Wasserkocher reduzieren? Die BRITA Wasserfilter-Kanne aus Glas* kombiniert einen Aktivkohlefilter mit einem Ionenaustauscher. So werden Chlor und geschmacksstörende Stoffe reduziert und das Wasser wird weicher, ideal für Tee, Kaffee und den täglichen Gebrauch. Ich empfehle dir die BRITA Glasfilterkanne, weil sie einfach zu bedienen ist, ohne Strom funktioniert und durch ihren hochwertigen Glaskörper eine langlebige Alternative zu Kunststoffkannen bietet. Die Filterkartusche solltest du alle vier Wochen wechseln.

Fazit

Leitungswasser in Deutschland verlässt das Wasserwerk in sehr guter Qualität, mehr als 99% der Proben halten die Grenzwerte ein, und die neue Trinkwasserverordnung verschärft die Anforderungen für PFAS, Blei und weitere Stoffe. Belastungen entstehen v.a. vor und hinter dem Werk. Nitrat aus der Landwirtschaft sowie PFAS und TFA aus dem Regen gelangen ins Grundwasser, und im Haus bringen alte Bleirohre und stehendes Wasser Schwermetalle ins Glas. Schon geringe Bleimengen beeinträchtigen die geistige Entwicklung von Kindern. Mikroplastik findet sich im Leitungswasser ebenso wie im Mineralwasser, am meisten in Mehrweg-Plastikflaschen.

Welcher Filter zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Aktivkohle hält viele Stoffe zurück, ihre Wirkung schwankt aber stark, und Kannen brauchen pünktliche Kartuschenwechsel und gute Hygiene. Ionenaustausch bindet Kalk, senkt dabei aber auch Magnesium und erhöht Natrium, Ultrafiltration hält Partikel und Keime zurück, und UV Licht macht Krankheitserreger unschädlich, ohne Stoffe zu entfernen. Umkehrosmose entfernt PFAS nahezu vollständig, Destillation bis zu 99,5% der Verunreinigungen, beide nehmen dem Wasser aber auch Calcium und Magnesium. Ein Labortest zeigt dir, was tatsächlich aus deinem Hahn kommt, und mit ca. 1,5 l Getränken am Tag, morgens kurz abgelaufenem Wasser und einem Glas zu jeder Mahlzeit versorgst du deinen Körper mit dem Lebensmittel, das er am meisten braucht.

Quellen

[1] Bundesministerium für Gesundheit, Umweltbundesamt (2024). Bericht über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser) in Deutschland, Berichtszeitraum 2020 bis 2022. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau.

[2] Bundesministerium für Gesundheit (2023). Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV). Bundesgesetzblatt 2023 I Nr. 159.

[3] Umweltbundesamt (2026). Indikator Nitrat im Grundwasser. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau.

[4] Cousins IT, Johansson JH, Salter ME, Sha B, Scheringer M (2022). Outside the safe operating space of a new planetary boundary for per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS). Environmental Science & Technology 56(16), 11172–11179.

[5] Freeling F, Behringer D, Heydel F, Scheurer M, Ternes TA, Nödler K (2020). Trifluoroacetate in precipitation – deriving a benchmark data set. Environmental Science & Technology 54(18), 11210–11219.

[6] Zietz BP, de Vergara JD, Kevekordes S, Dunkelberg H (2001). Lead contamination in tap water of households with children in Lower Saxony, Germany. Science of the Total Environment 275(1–3), 19–26.

[7] Lanphear BP, Hornung R, Khoury J et al. (2005). Low-level environmental lead exposure and children’s intellectual function – an international pooled analysis. Environmental Health Perspectives 113(7), 894–899.

[8] Kosuth M, Mason SA, Wattenberg EV (2018). Anthropogenic contamination of tap water, beer, and sea salt. PLoS ONE 13(4), e0194970.

[9] Yu Z, Wang JJ, Liu LY, Li Z, Zeng EY (2024). Drinking boiled tap water reduces human intake of nanoplastics and microplastics. Environmental Science & Technology Letters 11(3), 273–279.

[10] Herkert NJ, Merrill J, Peters C et al. (2020). Assessing the effectiveness of point-of use residential drinking water filters for perfluoroalkyl substances (PFASs). Environmental Science & Technology Letters 7(3), 178–184.

[11] Daschner FD, Rüden H, Simon R, Clotten J (1996). Microbiological contamination of drinking water in a commercial household water filter system. European Journal of Clinical Microbiology & Infectious Diseases 15(3), 233–237.

[12] Dvorak BI, Skipton SO (2013). Drinking water treatment – distillation. NebGuide G1493.

[13] Kozisek F (2020). Regulations for calcium, magnesium or hardness in drinking water in the European Union member states. Regulatory Toxicology and Pharmacology 112, 104589.

[14] Kwiatkowski H, Kreft K, Ronda O, Cieślik BM (2024). The effect of using jug-type water filters on selected metals concentration in tap water – a case study. Journal of Water and Health 22(7), 1261–1270.

[15] Jacquet N, Wurtzer S, Darracq G, Wyart Y, Moulin L, Moulin P (2021). Effect of concentration on virus removal for ultrafiltration membrane in drinking water production. Journal of Membrane Science 634.

[16] Hijnen WAM, Beerendonk EF, Medema GJ (2006). Inactivation credit of UV radiation for viruses, bacteria and protozoan (oo)cysts in water – a review. Water Research 40(1), 3–22.

[17] Catling LA, Abubakar I, Lake IR, Swift L, Hunter PR (2008). A systematic review of analytical observational studies investigating the association between cardiovascular disease and drinking water hardness. Journal of Water and Health 6(4), 433–442.

[18] Böhmer H, Müller H, Resch KL (2000). Calcium supplementation with calcium-rich mineral waters – a systematic review and meta-analysis of its bioavailability. Osteoporosis International 11(11), 938–943.

[19] Schymanski D, Goldbeck C, Humpf HU, Fürst P (2018). Analysis of microplastics in water by micro-Raman spectroscopy – release of plastic particles from different packaging into mineral water. Water Research 129, 154–162.

[20] Wagner M, Oehlmann J (2009). Endocrine disruptors in bottled mineral water – total estrogenic burden and migration from plastic bottles. Environmental Science and Pollution Research 16(3), 278–286.

[21] EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition, and Allergies (2010). Scientific opinion on dietary reference values for water. EFSA Journal 8(3), 1459.

[22] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr Wasser. DGE, Bonn.

[23] Armstrong LE, Ganio MS, Casa DJ et al. (2012). Mild dehydration affects mood in healthy young women. Journal of Nutrition 142(2), 382–388.

[24] Borghi L, Meschi T, Amato F et al. (1996). Urinary volume, water and recurrences in idiopathic calcium nephrolithiasis – a 5-year randomized prospective study. Journal of Urology 155(3), 839–843.


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